Burgstraße in Ravensburg bleibt für Schüler gefährlich

 Gar nicht so leicht, sich in den Verkehr einzufädeln: An der Burgstraße sollten Schüler, die von Süden zu den städtischen Gymna
Gar nicht so leicht, sich in den Verkehr einzufädeln: An der Burgstraße sollten Schüler, die von Süden zu den städtischen Gymnasien radeln, aufpassen. (Foto: Simon Federer)
fed und Simon Federer

Radfahren ist an sich ungefährlich und mit dem Beginn des neuen Schuljahres wieder Alltag vieler Ravensburger Schüler. Dennoch gibt es gerade für Eltern jüngerer Schüler vieles zu beachten, wenn es um sicheres Radeln geht. Wo Schüler in Ravensburg aufpassen sollten und ob Kinder schon vor der Fahrradprüfung zur Schule radeln dürfen, darüber klärt Martin Spener vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und der Agendagruppe Radfahren in Ravensburg auf.

Hilfreich ist laut Spener für die Planung einer sinnvollen Fahrradroute zu den städtischen Gymnasien der sogenannte „Radschulwegplan“ des Stadtplanungsamtes Ravensburg, der per Internetsuche leicht zu finden ist. Er ist zwar von 2015, doch immer noch aufschlussreich, wie Schüler am besten von der Weststadt, der Oststadt, Eschach und anderen Stadtteilen zur Schule kommen.

Das Problem in der Burgstraße

Der Plan zeigt einige Gefahrenstellen, unter anderem die folgende: Schüler, die von Süden kommen, nehmen oft die verkehrsberuhigte Federburgstraße. Wenn sie dann zur Burgstraße weiterfahren, müssen sie einen zwar kurzen aber engen, mit Fußgängern gemeinsam genutzten Weg dorthin nehmen, am Gasthaus „Räuberhöhle“ vorbei. Zwar hat die Stadt eine Halbschranke angebracht, wodurch Radfahrende nicht mehr mit hoher Geschwindigkeit durchfahren können. Trotzdem bleibt die Stelle unübersichtlich, wie Martin Spener bemängelt. Ebenso stellt laut Spener die Einfahrt in die Burgstraße eine Herausforderung dar, nicht nur bei starkem Autoverkehr, wie es morgens zum Schulbeginn der Fall ist.

Eine Kreuzung mit fünf Straßen

Weiter führt die empfohlene Route zur Ecke Frauenstraße / Schlierer Straße. Schüler fahren hier geradeaus zur Fahrradstraße Wassertreter. An dieser Kreuzung treffen nicht nur fünf Straßen aufeinander, sondern es kommen Autos mit teilweise hohen Geschwindigkeiten bergab von der Schlierer Straße. Zwar gibt es jetzt einen Spiegel und eine extra Abbiegespur für Radler, doch das reicht nicht, meint Martin Spener. Besser wäre es, wenn die von der Schlierer Straße kommenden Autos die Vorfahrt achten müssten und der in Richtung Gymnasien fahrende Verkehr Vorfahrt hätte.

Schulen dürfen keine Radfahrverbote aussprechen

Für Schüler der weiterführenden Schulen ist die Lage klar: Sie haben bereits die Radfahrausbildung in Theorie und Praxis in der dritten oder vierten Klasse absolviert und radeln mit bestandenem „Führerschein“ zur Schule. Doch was ist mit jüngeren Grundschülern? Dürfen Eltern sie guten Gewissens mit dem Rad zur Schule schicken? Manche Grundschulen empfehlen dies in ihrer Schulordnung nicht, andere verbieten es sogar. Hierzu meint der ADFC: Rein rechtlich ist die Situation eindeutig. Die Radfahrprüfung ist keine vorgeschriebene Ausbildung zum Fahren eines Fahrrads. Schulen dürfen deshalb keine Radfahrverbote aussprechen. Die Entscheidung, das Kind mit dem Fahrrad zur Schule fahren zu lassen, liegt ausschließlich bei den Eltern. Ebenso wenig darf die Schule Kindern vorschreiben, einen Helm zu tragen.

Alle Schüler sind auf den Wegen von und zur Schule im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung abgesichert. Dieser Versicherungsschutz besteht laut ADFC unabhängig von Alter und Verkehrsmittel – also auch dann, wenn Kinder trotz anderweitiger Empfehlungen der Schule mit dem Rad fahren.

Was der ADFC Eltern rät

Dennoch steht fest: Die Eltern bleiben auch auf dem Schulweg für ihr Kind verantwortlich und müssen dafür sorgen, dass es sein Rad beherrscht und die Verkehrsregeln beachtet. Daher rät der ADFC, dass Eltern bei den ersten gemeinsamen Testfahrten möglichst neben dem Kind fahren und erklären, wo es anhalten, sich umschauen oder schieben muss. Mit etwas Erfahrung kann das Kind ein Stück vorfahren. Eltern sollten Erstklässler unbedingt zur Schule begleiten, eventuell auch in mit gemeinsam mit anderen Eltern organisierten Radfahr-Gemeinschaften. Später können Eltern je nach Schulweg und Entwicklungsstand des Kindes entscheiden, ob und wie viel Selbstständigkeit sinnvoll ist. Unsichere Kinder sollte man noch ein bisschen länger begleiten.

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