Breites Interesse an politischem Diskurs bei „Deutschland spricht“

Lesedauer: 6 Min
Auch Anno Muehlhoff und Anne Helgers haben sich an der Aktion „Deutschland spricht“ beteiligt und intensiv diskutiert.
Auch Anno Muehlhoff und Anne Helgers haben sich an der Aktion „Deutschland spricht“ beteiligt und intensiv diskutiert. (Foto: Marcus Simaitis)
Schwäbische Zeitung

Miteinander statt übereinander reden: Tausende Menschen mit gegensätzlichen Sichtweisen auf relevante Fragen dieser Zeit haben dies am Sonntag getan. Und das nicht nur bei der zentralen Veranstaltung in Berlin.

Hunderte Paare haben sich zum Beispiel auch in Ravensburg, Kiel oder Offenbach getroffen, Argumente in Themenbereichen wie Grenzsicherung, Besteuerung oder Gleichberechtigung ausgetauscht und damit die von „Zeit Online“ erdachte und in diesem Jahr von zehn Medienpartnern – darunter die „Schwäbische Zeitung“ - unterstützte Aktion „Deutschland spricht“ zu einem großen Erfolg gemacht.

„Es ist absolut fantastisch, dass so viele Menschen ein Interesse an respektvollem und faktenbasiertem Dialog haben. Das ist essentiell für eine funktionierende Demokratie“, sagt Hendrik Groth, Chefredakteur der „Schwäbischen“. Diskussionen mit Andersdenkenden könnten den Horizont erweitern und so zu einem friedvollem Zusammenleben beitragen.

„Schwäbische“ begleitet Gespräche

Mehr als 20 000 Menschen haben sich seit Mitte Juli zu einer Teilnahme an „Deutschland spricht“ entschlossen. Dafür mussten sie auf den Partnerportalen sieben Fragen beantworten. Ein Algorithmus wertete die Antworten aus und brachte schließlich rund 4000 Diskussionspaare mit unterschiedlichen Sichtweisen zusammen.

Es ist absolut fantastisch, dass so viele Menschen ein Interesse an respektvollem und faktenbasiertem Dialog haben. Das ist essentiell für eine funktionierende Demokratie“

Hendrik Groth, Chefredakteur der "Schwäbischen Zeitung"

 

Die Teilnehmer erhielten die Kontaktdaten des Andersdenkenden und konnten sich für Sonntag zu einem Gespräch verabreden. Einige dieser Gespräche haben Redakteure der „Schwäbischen Zeitung“ begleitet. In den kommenden Tagen füllen die Gesprächsprotokolle jeweils eine halbe Politikseite.

 

 

Über die Kanäle der „Schwäbischen“ haben sich gänzlich unterschiedliche Menschen für „Deutschland spricht“ angemeldet. Vom 21-jährigen Studenten der Mathematik über den 67-jährigen Ex-Maurer bis hin zum 43-jährigen Arbeitssuchenden war alles dabei. Auffallend: Besonders viele Frauen und besonders viele junge Menschen haben sich zu einer Teilnahme entschlossen. „Das freut uns ganz besonders. Denn es zeigt, dass das Interesse an der Demokratie weder eine Frage des Alters, noch eine Frage des Standes ist“, sagt Groth.

In Zeiten von permanenter Polarisierung halten wir es für enorm wichtig, im Austausch zu bleiben – auch wenn es manchmal anstrengend und schmerzhaft sein kann“

Yannick Dillinger, stellvertretender Chefredakteur

 

„Für uns war die Teilnahme an der Aktion ein großer Erfolg. In Zeiten von permanenter Polarisierung halten wir es für enorm wichtig, im Austausch zu bleiben – auch wenn es manchmal anstrengend und schmerzhaft sein kann“, sagt Yannick Dillinger, stellvertretender Chefredakteur und Projektleiter für „Deutschland spricht“ bei der „Schwäbischen Zeitung“.

Eine Wiederholung im kommenden Jahr sei denkbar. „Miteinander statt übereinander reden wird auch 2019 die sinnvollste Methode des Austauschs sein“, sagt Dillinger.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen