BOB rollt wieder in die Gewinnzone

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Fährt wieder in der Gewinnzone: die Bodensee-Oberschwabenbahn.
Fährt wieder in der Gewinnzone: die Bodensee-Oberschwabenbahn. (Foto: Archiv: Siegfried Großkopf)
Schwäbische Zeitung

Geplant war ein leichter Verlust, hinten herausgekommen ist ein kleiner Gewinn: Die Bodensee-Oberschwaben-Bahn (BOB oder Geißbockbahn genannt) hat im Geschäftsjahr 2014/2015 mehr Fahrgäste befördert als im Jahr zuvor und deshalb 47000 Euro Gewinn gemacht. Im Vorjahr schrieb sie noch 288000 Euro Verlust.

Wie der scheidende Geschäftsführer Manfred Foss im Werksausschuss des Ravensburger Gemeinderates erläuterte, erscheine die Steigerungsrate von 0,6 Prozent beim Fahrgastaufkommen zwar auf den ersten Blick gering, „Dieser Wert ist jedoch beachtlich, wenn man den allgemeinen Trend aufgrund der demografischen Entwicklung berücksichtigt.“

67 Prozent der Kunden fahren auf der Strecke Friedrichshafen-Ravensburg, 28 Prozent auf den Abschnitt Ravensburg-Aulendorf und 5 Prozent auf Friedrichshafen-Hafen bis Friedrichshafen-Stadt. Diese Daten beruhen auf Zählungen an ausgewählten Stichtagen.

Steigende Personalkosten und kostenaufwendige Hauptuntersuchungen sowie Rostsanierungen konnten offenbar durch die Preiserhöhung von 1,8 Prozent und die steigenden Fahrgastzahlen ausgeglichen werden. Die Pünktlichkeitsquote sei mit 96,2 Prozent zwar etwas schlechter gewesen als im Vorjahr, stelle bundesweit aber einen „guten Wert dar“, so Foss. Unpünktliche BOB-Züge seien meist nicht durch eigenes Verschulden, sondern durch Verspätungen des DB-Zugverkehrs auf der Südbahn entstanden.

Apropos Südbahn: Wenn die Elektrifizierung abgeschlossen ist, also frühestens 2021, „wird die Welt völlig anders aussehen“, meint Foss. Durch die Elektrifizierung würden sich die Rahmenbedingungen für den Schienenverkehr und die Verkehrsbetriebe grundlegend ändern. Die BOB bräuchte dann schnellere elektrische Fahrzeuge. Nach den Vorstellungen des Landes Baden-Württemberg soll der Schienenverkehr zwischen Ulm und Lindau neu ausgeschrieben und an ein Unternehmen vergeben werden. „Für die BOB hätte dies einen Quantensprung bezüglich der Größe des Bedienungsgebietes, die Zahl der neue elektrischen Fahrzeuge sowie personeller Ressourcen zur Folge.“ Laut Foss ginge das nur mit einem strategischen Partner.

Im Werksausschuss wurde sein Bericht – der letzte, bevor er in Ruhestand geht – wohlwollend aufgenommen. Manfred Lucha (Grüne) sagte: „Die Region ist keine Metropole, aber an den Tagesrändern haben wir trotzdem eine S-Bahn-Taktung.“ Während woanders im öffentlichen Nahverkehr Stagnation oder Rückgang herrsche, sei die BOB noch gewachsen.

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