Bitterling und Berlinger gewinnen im Flappachbad

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Klaus Eichler

Alle Ergebnisse, auch von den Jugendläufen, gibt es unter

www.ravensburger-triathlon.de

Lena Berlinger von Mengens Triathleten hat am Samstag im Flappachbad den 33. Ravensburger Triathlon gewonnen. Die 30-Jährige aus Baindt verteidigte damit ihren Titel aus dem Vorjahr, holte sich den Bredl-Sprintcup und die erneute Baden-Württembergische Meisterschaft über die Sprintdistanz. Anne Reischmann von der TG Bad Waldsee blieb wie 2017 nur der zweite Platz. Das restliche Frauenfeld konnte mit dem Speed der beiden Ausnahmeathletinnen nicht mithalten. Mehr als zehn Minuten verstrichen, bis die Dritte Alexandra Göcken (NSU Triathlon) ins Ziel lief. Bei den Männern dominierte Hannes Bitterling die Konkurrenz. Der Bundesligastarter vom Hansalog Services Team Göppingen gewann deutlich vor Simon Sauter (TB Cannstadt) und Simon Ostertag (Post-SV Tübingen).

Lehnen bricht beim Laufen ein, Unger erreicht Ziel auf Platz 19

Nicht mit der Favoritenrolle zurecht kam die deutsche Triathlonhoffnung und Lokalmatador Linus Lehnen von der TG Bad Waldsee. Der 17-jährige hatte in keiner der drei Disziplinen die Hand am Podium, belegte am Ende den fünften Platz, dementsprechend groß war die Enttäuschung. „Ich würde gerne mal ein komplettes Rennen heimbringen, nicht nur Schwimmen und Radfahren“, haderte Lehnen, „jedes Mal beim Laufen breche ich ein“.

Auch Ex-Weltmeister Daniel Unger, Sieger in Ravensburg 1997, 2001 und 2011, kam nicht über einen 19. Platz hinaus. „Es war sehr anstrengend heute, aber es hat auch Spaß gemacht“, meinte Unger, „ich war mir sicher, das ich hier nicht gewinnen kann, dazu trainiere ich zu wenig“.

Jens Kluzik und sein Team hatten wieder ganze Arbeit geleistet, als Ravensburgs Oberbürgermeister Daniel Rapp pünktlich um 11 Uhr die Startpistole abfeuerte. 380 Athleten stürzten sich bei 36 Grad Außentemperatur zunächst ins kühle Nass. „Das Maximum ist erreicht“, meinte Kluzik. 750 Meter Schwimmen, 24 Kilometer Radfahren vom Flappach über Ittenbeuren, Kemmerlang, Fildenmoos, Untertennenmoos und wieder zurück über Kemmerlang ins Flappachbad, abschließend dann noch ein Fünf-Kilometer-Lauf, eine schweißtreibende Angelegenheit für die Athleten.

Bei den Männern stieg Simon Ostertag nach 8:32 Minuten als Erster aus dem Flappach, fünf Sekunden dahinter Hannes Bitterling. Als Dritter folgte in 8:47 Minuten Daniel Unger. Diesen Platz konnte Unger allerdings auf dem Fahrrad nicht mehr halten. Bester auf dem Rad war Hannes Bitterling, der die 24 Kilometer in 42:17 Minuten abspulte und damit auch als Erster auf die Laufstrecke ging. Mit einem Polster von einer halben Minute legte Bitterling die zweitbeste Laufzeit (19:36 Minuten) hin, holte sich so verdient den Bredl-Sprintcup und oben drauf noch den Baden-Württembergischen Meistertitel. „Super Triathlon, super Organisation und Radstrecke, es hat Spaß gemacht“, meinte ein glücklicher Hannes Bitterling. Simon Ostertag büßte seinen ersten Platz beim Schwimmen ein, brauchte für die Radstrecke 43:47 Minuten, ging als dritter in den abschließenden Lauf. Simon Sauter stieg nach 42:49 Minuten vom Rad, ging als Zweiter auf die Laufstrecke. An dieser Konstellation änderte sich zum Schluss nichts mehr. Die Zeit von Sauter im Ziel: 1:12,03 Stunden. „Es war wahnsinnig heiß, nicht unbedingt schön“, so die Analyse von Sauter. 18 Sekunden hinter Sauter, in 1:12,21 Stunden, kam Simon Ostertag auf Platz drei. „Schwimmen und Laufen waren gut, Radfahren jedoch etwas zäh“, kommentierte Ostertag seine Leistung.

Lena Berlinger hat ihre Verletzung offenbar gut überstanden. Sie lieferte sich, wie schon im vergangenen Jahr, einen harten Kampf mit Anne Reischmann. Leonie Sauer vom TV Mengen konnte nur im Schwimmen Lena Berlinger und Anne Reischmann folgen, stieg in 9:33 Minuten als Schnellste aus dem Wasser, dicht gefolgt von Berlinger (9:44 Minuten) und Reischmann (9:49 Minuten). Beim Radfahren wendete sich das Blatt. Lena Berlinger wechselte nach 43:58 Minuten vom Rad in die Laufschuhe, dicht gefolgt von Anne Reischmann (44:04 Minuten). Leonie Sauer (50:20 Minuten) konnte den beiden nicht mehr folgen. Die Entscheidung, Berlinger oder Reischmann, fiel im abschließenden Fünf-Kilometer-Lauf, wo Lena Berlinger mit Abstand die meisten Körner hatte. Sie absolvierte den Parcours in 20:38 Minuten, siegte in 1:14,21 Stunden vor Anne Reischmann, die in 1:15,07 Stunden ins Ziel kam. Dritte wurde Alexandra Göcken (1:25,29 Stunden). „Das war mit Abstand mein härtester Sprint in Ravensburg“, meinte Lena Berlinger, „beim Laufen habe ich nochmals Druck gemacht, ein kleines Loch gerissen, das war am Ende ausschlaggebend“. Reischmann sagte: „Beim Schwimmen und Radfahren war ich an Lena dran, aber beim Laufen war ich einfach nur platt.“

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