Bitteres 1:5 kostet die Tabellenführung

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 Alle gegen Goalie Trenholm: Nur ein Treffer gelang dem EV Ravensburg gegen den EHC Zweibrücken.
Alle gegen Goalie Trenholm: Nur ein Treffer gelang dem EV Ravensburg gegen den EHC Zweibrücken. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

EV Ravensburg – EHC Zweibrücken 1:5 (0:1, 1:2, 0:2). – Tore: 0:1 (6:52 ÜZ) Dörr (M. Trenhholm, Lingenfelser), 0:2 (31:18) Dörr (Radke, Brüstle), 0:3 (31:29) Radke (Dörr, M. Trenhom), 1:3 (35:09) Rodrigues, 1:4 (54:12 ÜZ) Dörr (Radke), 1:5 (56:39 UZ) Zvonik (Schreyer). – Strafen: Ravensburg 8 Minuten, Zweibrücken 10 Minuten.

Durch die 1:5-Heimniederlage gegen den EHC Zweibrücken hat der EV Ravensburg die Tabellenführung in der Eishockey-Regionalliga Südwest wieder an die Pfälzer abgeben müssen. Der EVR liegt nun auf Platz drei inmitten eines Spitzenfeldes, das wieder enger zusammengerückt ist.

Es gibt Abende, da passt für den einen alles und für den anderen fast nichts. Das Spiel der Ravensburger gegen Zweibrücken war ein solcher Abend. Die Hornets gewannen vor 250 Zuschauern völlig verdient, da sie die Ravensburger offensiv kaum zur Entfaltung kommen ließen und ihrerseits immer zum richtigen Zeitpunkt die Tore machten. Es war ein sehr gutes Regionalligaspiel, in dem am Ende taktische Disziplin und Cleverness den Ausschlag gaben.

Vom Anpfiff weg zeigte der EVR fast ein wenig Ehrfurcht vor dem Spitzenspiel. Nach vorne gab es oft nur Einzelaktionen, mit denen man sich an der Abwehrformation der Pfälzer festlief. Das erste Powerplay für die Hornets brachte in der siebten Minute schon die entscheidende Szene des Spiels. Die Hornets hoben das Abwehrviereck des EVR aus den Angeln und Torjäger Maximilian Dörr kam frei zum Schuss. Diesem 0:1 lief Ravensburg gegen nun noch defensiver agierende Gäste fortan vergeblich hinterher.

Ein Pfiff sorgt für Verwunderung

Es gab aber Chancen hüben wie drüben. Spektakulär war die 17. Minute: Alexander Katjuschenko hätte fast den Ausgleich erzielt, im Gegenzug hatte Zweibrücken den zweiten Treffer auf dem Schläger. Der fiel vermeintlich kurz nach Wiederanpfiff. Einer der beiden Hauptschiedsrichter gab zur Verwunderung beider Seiten das Tor. Die Scheibe war aber nicht hinter der Linie gewesen, sein Kollege korrigierte ihn.

Nun war Ravensburg besser im Spiel und spielte sich über die Flügel mit viel Tempo ins Drittel der Gäste. Vor dem Tor ließen diese aber unverändert wenig zu. Pech hatte der EVR in der 29. Minute, als die Scheibe an den Pfosten krachte. Insgesamt waren den Ravensburgern rund ein halbes Dutzend Mal Pfosten oder Latte im Weg. Eigentlich lag der Ausgleich in der Luft, doch dann gab es die eiskalte Dusche. Dörr schloss in der 32. Minute einen Gegenzug mit einem flachen Schuss zum 2:0 ab. Nur elf Sekunden später war sein Sturmkollege Daniel Radke in einer ähnlichen Situation zum 3:0 erfolgreich.

Beim EVR vermisste man in diesen Momenten schmerzlich die Topverteidiger Martin Wenter und Lubos Sekula. In der 36. Minute gab es aber nochmals Hoffnung. Nach einem weiteren Pfostenschuss sprang die Scheibe Stefan Rodrigues auf den Schläger. Der Juniorenstürmer drückte zum 1:3 ein. Es war der verdiente Lohn für ein sehr ordentlich gespieltes Mitteldrittel.

Im Schlussdrittel drückte der EVR, doch Zweibrücken war nicht ins Wanken zu bringen. In der 54. Minute rettete David Heckenberger artistisch gegen einen Gästetürmer. Eine Minute später war es doch geschehen. In Überzahl hebelte die erste Zweibrückener Reihe die EVR-Abwehr aus. Torschütze war erneut Dörr, Vorlagengeber der Kanadier Radke. Das 1:4 war die Entscheidung. Das 1:5 in der 57. Minute war Sinnbild des ganzen Abends. Ravensburg spielte in Überzahl, hatte den Goalie vom Eis genommen und versuchte noch einmal alles. Ein EVR-Stürmer traf vor dem Tor aber die Scheibe nicht. Vladimir Zvonik setzte den Befreiungsschlag übers ganze Feld hinweg mitten ins verwaiste Ravensburger Gehäuse. So etwas gelingt nur, wenn es einfach läuft. Hätte in der 58. Minute nicht die Latte gerettet, es hätte sogar noch übler für den EVR kommen können.

Nun muss die Mannschaft am Sonntag in Bietigheim punkten. Der Meister hat nach schwachem Start wieder Tritt gefasst und in Stuttgart gewonnen. Die Stuttgarter sind damit zurückgefallen, aber Bietigheim wäre bei einem Sieg gegen Ravensburg wieder aussichtsreich dabei.

EV Ravensburg – EHC Zweibrücken 1:5 (0:1, 1:2, 0:2). – Tore: 0:1 (6:52 ÜZ) Dörr (M. Trenhholm, Lingenfelser), 0:2 (31:18) Dörr (Radke, Brüstle), 0:3 (31:29) Radke (Dörr, M. Trenhom), 1:3 (35:09) Rodrigues, 1:4 (54:12 ÜZ) Dörr (Radke), 1:5 (56:39 UZ) Zvonik (Schreyer). – Strafen: Ravensburg 8 Minuten, Zweibrücken 10 Minuten.

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