Bitterer Saisonauftakt für den FV Ravensburg: 0:3 gegen die cleveren Stuttgarter Kickers

Lesedauer: 5 Min
FV Ravensburg vers Stuttgarter Kickers
Ravensburgs Samuel Boneberger (l) gegen Stuttgarts Michael Klauss. (Foto: Rolf Schultes)
Sportredakteur

Die neue Saison in der Fußball-Oberliga hat für den FV Ravensburg denkbar ungünstig begonnen. Gegen die Stuttgarter Kickers verlor der FV am Samstagnachmittag vor der stattlichen Kulisse von 1300 Zuschauern mit 0:3 (0:0). Die Ravensburger fanden nicht die richtigen Mittel, um ihren Heimerfolg aus der Vorsaison zu wiederholen. „Uns hat die Cleverness gefehlt. Fußballerisch hat auch nicht alles gepasst. Alles in allem waren die Kickers qualitativ besser aufgestellt. Wir haben alles versucht. Es hat nicht gereicht“, sagte FV-Trainer Steffen Wohlfarth, der auch mit der Schiedsrichterleistung haderte.

Äußerst unglückliche Szenen für Ravensburg

Wohlfarths erster Weg nach dem Schlusspfiff in der Cteam-Arena führte zu Schiedsrichter Felix Ehing aus Engen. Mit diesem hatte der FV-Trainer diverse Szenen zu besprechen, die alle äußerst unglücklich gegen Ravensburg bewertet worden waren.

Es war gut zu sehen, wie das die Kickers machen. Bei jedem kleinen Kontakt haben die sich fallen lassen und einen Freistoß bekommen.

FV-Trainer Steffen Wohlfahrt

Erst flog Neuzugang Jonas Wiest mit Gelb-Rot nach wiederholtem Foulspiel vom Platz, dann wurde ein hartes Foul gegen den eingewechselten Awed Isaac Abeselom nur mit einer Gelben Karte geahndet. Das waren allerdings nur die zwei wichtigsten Situationen, die Wohlfarth anmahnte. „Es war gut zu sehen, wie das die Kickers machen. Bei jedem kleinen Kontakt haben die sich fallen lassen und einen Freistoß bekommen“, beklagte der FV-Trainer.

Zwei gute Chancen durch Felix Schäch

Ganz zufrieden sein konnte er dagegen mit dem Auftritt seiner Mannschaft bis zur Halbzeit. Viel ließ die Defensive um den ganz starken Philipp Altmann nicht zu. Lediglich einmal war Christian Giles Sanchez ganz frei vor FV-Torwart Haris Mesic, der Kickers-Stürmer verzog aber kläglich und schoss rechts vorbei. An anderer Stelle verpasst Mijo Tunjic eine Flanke knapp in der Mitte. Das war es dann aber auch mit den guten Offensivaktionen der hoch gehandelten Kickers, die das Spiel aber trotzdem weitestgehend beherrschten. Ravensburg kam zweimal durch Felix Schäch zu guten Chancen. Einmal schoss der linke Mittelfeldspieler aus spitzem Winkel direkt auf Gästetorwart Tobias Trautner, einmal zielte er knapp am langen Pfosten vorbei.

Max Chrobok weitgehend wirkungslos

Nach dem Wechsel dauerte es lange, bis die Ravensburger wieder gefährlich vors Kickers-Tor kamen. Der weitestgehend wirkungslose Max Chrobok scheiterte Mitte der zweiten Hälfte mit seinem einzigen gefährlichen Schuss an Trautner. Besser machten es die Kickers, bei denen Giles Sanchez nach etwas mehr als einer Stunde die verdiente Führung besorgte (68.).

FV Ravensburg vers Stuttgarter Kickers
Ravensburgs Felix Hoeger (l.) und Stuttgarts Lukas Kling (r.) (Foto: Rolf Schultes)

Kurz darauf brachte Wohlfarth Rahman Soyudogru, der sofort für frischen Wirbel sorgte. Als dann aber Jonas Wiest vom Platz flog, wurde es nicht leichter, auch wenn die FV-Spieler nicht aufsteckten. „Der Platzverweis hat uns eher beflügelt“, fand Wohlfarth.

Die beste Gelegenheit durch einen Konter über links unterband aber das harte Foul an Isaac Abeselom. Mit den zwei Toren von Giles Sanchez und Tunjic sorgten die Kickers in der Schlussphase für klare Verhältnisse. Zu klare Verhältnisse, fand Wohlfarth, der die Stuttgarter nicht als drei Tore besser empfand.

Nachdem er mit dem Schiedsrichter gesprochen hatte, schnappte sich Wohlfarth noch den Stuttgarter Lukas Kling, der Isaac Abeselom gefoult hatte und mit einer Gelben Karte davongekommen war. Dann versammelte er den kompletten FV-Kader um sich - inklusive aller verletzter Spieler, zu denen ab der 33. Minute der am Knöchel lädierte Moritz Strauß gehörte - und sprach ihnen Mut für die nächsten Aufgaben zu.

„Das war erst der erste Spieltag. Und es waren die Kickers“, wusste Wohlfarth die Situation gut einzuschätzen, so bitter sie auch sein mochte.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen