Betäubungsmittelgesetz: Angeklagt in zwei Fällen

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Rechtsstatue neben Akten
Ein Mann hat sich derzeit am Landgericht Ravensburg wegen Drogenhandels zu verantworten. (Foto: Symbol: Volker Hartmann/dpa)
Dorothea Halbig

Am Landgericht in Ravensburg hat die Verhandlung gegen einen Mann gambischer Staatsbürgerschaft begonnen. Unter dem Vorsitz von Richter Veiko Böhm wurde am Montag wegen einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz verhandelt. Der Angeklagte soll im Oktober 2018 fünf Kilogramm Marihuana und im November 2018 zehn Kilogramm Marihuana in Altshausen gekauft und damit gedealt haben.

Am ersten Verhandlungstag wurden die biografischen Angaben des Angeklagten aufgenommen. Außerdem wurden sechs Zeugenaussagen gehört. Der Angeklagte hat eine Aussage gemacht, in der er die Tat teilweise zugibt. 

Bei der Aufnahme der persönlichen Daten des Angeklagten ergaben sich einige Unklarheiten. Zum Beispiel wurde nicht klar, ob er homosexuell ist und deshalb aus Gambia fliehen musste oder ob er diese Angabe beim Stellen des Asylantrages machte, um als politisch Verfolgter bessere Chancen auf ein Bleiberecht zu haben. Laut Asylantrag steht fest, dass er im August 2015 nach Deutschland kam und die erste Zeit in der Landeserstaufnahmestation (LEA) in Karlsruhe verbrachte.

Danach kam er nach Altshausen, wo er einen guten Einstieg im Dornahof erfahren hätte. Er arbeitete dort als Küchenaushilfe, war pünktlich, verlässlich und eine Respektsperson gegenüber den, meist sehr viel jüngeren, Mitbewohnern in der Unterkunft. So berichtete die zuständige Integrationsmanagerin, die den Angeklagten seit 2016 betreut und als Zeugin geladen war.

Irgendwann sei er dann verschwunden und hätte ihr telefonisch mitgeteilt, dass er Schulden habe, sich bedroht fühle und Angst habe. Er sei auch in seinem Zimmer im Dornahof überfallen worden, sagte er. Der Angeklagte hat mit Hilfe eines Dolmetschers Angaben zu den Vorwürfen gemacht. Er gestand, zu den gegebenen Terminen jeweils fünf Kilogramm Marihuana von einem Kurier erhalten zu haben. Allerdings habe er nur als Vermittler fungiert. Selbst wollte er, nach eigenen Angaben, mit dem Verkauf der Drogen nichts zu tun haben.

Durch Zeugen der Staatsanwaltschaft und Polizei Karlsruhe wurde der Zusammenhang zu einem anderen Fall hergestellt. Anfang Dezember 2018 wurde in Karlsruhe mit einer Razzia ein albanischer Drogenring ausgehoben, mit dem der in Ravensburg vor Gericht stehende in Verbindung gebracht wird. Die Kriminalbeamten in Karlsruhe waren schon länger hinter dem albanischen Drogenring her. Die Verdächtigen in Karlsruhe wurden durch Bewegungs- und Telefonprotokolle beobachtet. Durch diese Protokolle wurde nachgewiesen, dass auch schon vor Oktober 2018 immer wieder verdächtige Fahrten nach Altshausen stattgefunden haben.

Weitere Verhandlungstermine sind für 23. Oktober und 6.November geplant.

Kriminalstatistik 2018 nach Landkreisen

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