Berlinger und Aumann setzen sich durch

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Die Baienfurterin Lena Berlinger dominierte die Damenkonkurrenz beim 30. Ravensburger Triathlon.
Die Baienfurterin Lena Berlinger dominierte die Damenkonkurrenz beim 30. Ravensburger Triathlon. (Foto: DEREK SCHUH;www.derek-photo.de)
Schwäbische Zeitung
Christopher Meltzer
Redakteur

Sie dominiert den Ravensburger Triathlon nach Belieben: Die Baienfurterin Lena Berlinger hat am Samstag die 30. Ausgabe des Rennens rund um das Flappachbad gewonnen. Bei den Männern siegte mit Rainer Aumann ebenfalls ein alter Bekannter. Was der olympischen Distanz an Spannung fehlte, hatte der Sprint-Cup zu bieten: Dort lieferten sich zwei Athleten ein furioses Finale.

Sie hatte wieder einmal alles gegeben. Zwei Stunden, 13 Minuten und 18 Sekunden benötigte Lena Berlinger für die olympische Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, 10 Kilometer Laufen), die in Ravensburg als besonders anspruchsvoll gilt – in Anbetracht der Hitze eine Fabelzeit. Und trotzdem war ihr die Erschöpfung kaum anzusehen, als sie durch den Zielbogen spurtete. Sofort stürzten sich die ersten Gratulanten auf Berlinger.

Die 27-jährige Baienfurterin ist beim Ravensburger Triathlon ein kleiner Star. „Ich werde hier von jedem angefeuert, das motiviert unglaublich“, sagt sie. Das ist auch ein Grund, warum sie Jahr für Jahr beim Ravensburger Triathlon antritt. Denn sportlich gibt es keine Konkurrentin auf ihrem Niveau. Im Ziel hatte sie über vier Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierte Anne Falk. Bereits nach dem Schwimmen klaffte eine riesige Lücke zwischen Berlinger (Schwimmzeit: 19:20 Minuten) und Falk (21:48). In allen drei Abschnitten stellte Berlinger Bestzeiten auf.

Aumann dominiert beim Laufen

Während Berlinger also einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg hinlegte, erkämpfte sich Rainer Aumann den Spitzenplatz erst auf der Laufstrecke. Zwei Drittel des Rennens hatten Simon Weber und Vorjahrestriumphator Simon Sauter das Feld angeführt. Doch beim Laufen drehte der 41-jährige Aumann auf und ließ die jüngeren Konkurrenten stehen. „Ich bin ein Hitze-Typ. Daher habe ich schnell meinen Rhythmus gefunden“, sagte Aumann, der letztlich 26 Sekunden vor Sauter und sogar 1:17 Minuten vor Weber landete. Wie schon 2012, damals allerdings noch unter dem Namen Schniertshauer, setzte er sich in Ravensburg durch. Der Kurs rund um das Flappachbad ist einer, der ihm liegt. „Ich steh' auf anspruchsvolle Strecken“, so Aumann.

Das gilt eigentlich auch für Simon Sauter. Doch als Aumann schon in der ersten von vier Laufrunden an ihm vorbeizog, schaffte es Sauter nicht, sich an seine Hacken zu heften. „Er war einfach richtig stark“, sagte Sauter. „Ich bin trotzdem zufrieden mit meinem Wettkampf.“

Über die olympische Distanz hatten sich die Sieger vorzeitig abgesetzt, beim Sprint-Cup (0,75 Kilometer Schwimmen, 24 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) lieferten sich dagegen zwei Männer ein Herzschlagfinale. Frank Hummler hätte seine Aufholjagd auf der Laufstrecke nämlich fast noch gekrönt. 200 Meter vor dem Ziel tauchte er plötzlich im Windschatten des Führenden Maximilian Reihn auf. Doch Reihn konterte mit einem starken Schlusssprint und rettete knapp acht Sekunden Vorsprung ins Ziel. „Ich habe ihn auf einmal direkt hinter mir gesehen“, schilderte Reihn das Finale. „Aber ich wollte ihn auf keinen Fall vorbei lassen, das wäre psychologisch schlecht gewesen.“

Einen solchen Spurt musste Katharina Heid nicht hinlegen, trotzdem klappte die 19-Jährige unmittelbar nach dem Zieleinlauf zu Boden. In der Hitze hatte sie sich zuvor mit 18 Sekunden Vorsprung gegen Ursula Trützschler durchgesetzt, doch das Rennen hatte seine Spuren hinterlassen. „Auf der zweiten Laufrunde bin ich vom Gefühl her gestanden“, sagte sie.

Zur 30. Auflage des Ravensburger Triathlons hatten die Veranstalter zudem einen neuen Wettbewerb ins Programm aufgenommen: Ein Staffelrennen. „Es ist gut, dass es diese Möglichkeit jetzt gibt“, sagte Julian Spieler. Eigentlich ist Spieler Beckenschwimmer. Zwar waren die Bedingungen im Flappach auch für ihn ungewohnt, doch immerhin musste er nur in seiner Spezialdisziplin antreten und landete dort unter den besten drei. Weil auch seine Staffelkollegen Yannik Bolesch (Rad) und Karle Scharpf (Laufen) Top-Leistungen ablieferten, beendete die „Zehntscheuer“-Staffel, wie die drei sich nennen, den Triathlon in 2:07:28 Stunden.

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