Bald fliegt eine weitere Drohne bei den Feuerwehreinsätzen im Landkreis Ravensburg mit

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Die Drohne ist für den Einsatz der Feuerwehr im westlichen Landkreis Ravensburg vorgesehen.
Die Drohne ist für den Einsatz der Feuerwehr im westlichen Landkreis Ravensburg vorgesehen. (Foto: Wolfgang Steinhübel)
Wolfgang Steinhübel

Kreisbrandmeister Oliver Suhrbeck ist hochzufrieden. In Kürze kann er bei Feuerwehreinsätzen im Landkreis Ravensburg auf eine zweite Drohne zurückgreifen. Seit Herbst 2018 ist bereits eine kleinere Version in Wangen im Allgäu im Einsatz.

„Der Einsatz der ersten Drohne war absolut positiv“, so Suhrbeck. „Das Gerät zeigte uns zum Beispiel bei Gefahrgutbränden oder bei Hochwasser die dritte Dimension, die bisher gefehlt hat.“ Der neue Flugroboter ist eine Weiterentwicklung und größer und robuster als das Wangener Modell. Das kann zum Beispiel bei schwierigen Witterungsverhältnissen wie starker Wind von Vorteil sein, da die Drohne stabiler in der Luft liegt. Sie soll vorrangig das westliche Landkreisgebiet von Altshausen bis Vogt abdecken. Die Drohne in Wangen ist für den Einsatz von Vogt bis Isny vorgesehen. Das Konzept sieht aber auch gemeinsame Einsätze vor.

Stationiert wird das neue Fluggerät im Feuerwehrhaus in Baindt. „Wir haben bewusst einen kleineren Standort gewählt, weil die großen Stützpunktwehren wie etwa Ravensburg, Weingarten oder Bad Waldsee mit ihren Aufgaben am Anschlag sind“, so Surhrbeck. Neu geschaffen wird die Alarmgruppe „Drohne“, die über die Leitstelle angefordert wird. 20 ehrenamtliche Feuerwehrleute in Baindt und Wangen erhalten nun eine umfassende Ausbildung bei der Ravensburger Firma Bormatec mit Sitz in Mariatal. Bormatec wurde 2001 gegründet und hat sich auf die Entwicklung, Produktion und Schulung von Flugrobotern spezialisiert.

Die Drohne wiegt 7,2 Kilogramm, hat acht Rotoren und kann auch noch fliegen, wenn vier davon ausgefallen sind. Der sogenannte Octocopter sendet ein reales Bild oder ein Wärmebild, hat eine Beleuchtung und Blaulicht. Die Einsatzdauer beträgt etwa 30 Minuten, dann muss der Akku gewechselt werden. An beiden Seiten können sogenannte Rettungspäckchen mit je 450 Gramm angebracht werden. Damit kann man zum Beispiel einem Ertrinkenden eine Schwimmhilfe abwerfen. Zudem kann der Flugroboter eine Last von ungefähr 20 Kilo transportieren. Finanziert wird das Gerät vom Landratsamt. Der Preis wird auf 15 000 Euro beziffert.

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