Bürgergruppen warnen vor Straßensperrung

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Nadelöhr Burgstraße: Manche würden diese Straße in der Ravensburger Altstadt gerne ganz oder teilweise für den Verkehr sperren.
Nadelöhr Burgstraße: Manche würden diese Straße in der Ravensburger Altstadt gerne ganz oder teilweise für den Verkehr sperren. Andere sind entschieden dagegen. (Foto: Archiv: dpa/Felix Kästle)

Die Agendagruppe Oststadt wehrt sich im Schulterschluss mit der Nordstadtagenda gegen eine mögliche Teil- oder Vollsperrung der Ravensburger Burgstraße. Dies war im Rahmen der Luftreinhalteplan-Überlegungen vorgeschlagen worden. Die Bürgergruppen warnen vor einer Verlagerung des Verkehrs auf andere, schon jetzt überlastete Straßen.

„Alle in dieser Stadt leiden unter den Emissionen, doch durch Verlagerung der Verkehre ist niemandem geholfen“, heißt es in einem Schreiben der Agendagruppen an Ravensburgs Oberbürgermeister Daniel Rapp und die Fraktionschefs im Gemeinderat. Darin verweisen die Bürger auf Erfahrungen mit der Sperrung der Burgstraße bei Großveranstaltungen: „Dann entstehen zu Hauptverkehrszeiten Staus weit über Knollengraben hinaus.“ Die Burgstraße sei „der Bypass der Wangener Straße“: „Sie wird täglich von rund 6500 Fahrzeugen befahren und entlastet damit die Leonhardstraße, die Wilhelmstraße, die Schussenstraße, die Georg-, Karl- und Jahnstraße und zahlreiche Ampelkreuzungen.“

Zweifellos gebe es in der Oberstadt überhöhte Schadstoffwerrte, heißt es in dem Brief weiter, „doch auch in der Leonhard-, Wilhelm- und Schussenstraße leben Menschen.“ Zudem befinde sich in der Wilhelmstraße die Realschule mit rund 600 Schülern, die schon jetzt den weit über den zulässigen Grenzwerten liegenden Schadstoffemissionen ausgesetzt seien. Noch mehr Fahrzeuge könne die „völlig überlastete“ B 32 nicht verkraften.

Die beiden Agendagruppen weisen darüber hinaus darauf hin, dass es viele Einpendler aus den östlich von Ravensburg gelegenen Gemeinden gebe, die bei großen Firmen im Ravensburger Süden oder Westen arbeiten. Viele von ihnen würden über die Burgstraße zu ihrem Arbeitsplatz und zurück fahren. „Sollte es zu einer ein- oder beidseitigen Sperrung der Burgstraße kommen, wären zu den Hauptverkehrszeiten ständige Staus weit über Knollengraben hinaus, aber auch im Stadtgebiet, vorprogrammiert“, schreiben die Bürgergruppen. Zudem würde sich dann ein Ausweich- und Schleichverkehr über St. Christina, Fidazhofen, Kemmerlang, Oberhofen und die Schlierer Straße entwickeln.

Für den zwangsverordneten Luftreinhalteplan, den die Stadt im nächsten Jahr bekommt, sind jetzt alle möglichen Maßnahmen gesammelt worden. Stadtverwaltung, Fraktionen, Bürger und Vereine haben bereits Vorschläge unterbreitet, wie die Luft in der Stadt verbessert werden soll.

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