Bündnis 90/Die Grünen veranstaltet Podiumsdiskussion über Frauenrechte

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 Moderatorin Anna Wiech (von links), Alicia Schmid, Carmen Kremer und Anja Reinalter diskutierten wie es um die Gleichberechtigu
Moderatorin Anna Wiech (von links), Alicia Schmid, Carmen Kremer und Anja Reinalter diskutierten wie es um die Gleichberechtigung steht. (Foto: Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Ravensburg)
Schwäbische Zeitung

Eine Jubiläumsveranstaltung zu 100 Jahre Frauenrecht hat der Kreisverband Ravensburg von Bündnis 90/Die Grünen organisiert. 50 Prozent Frauenanteil in allen Parlamenten war dabei die klare Forderung, heißt es in einer Pressemitteilung. Dass der Frauenanteil im Ravensburger Kreistag bei elf Prozent liegt, wollten die rund 100 Besucher am Freitagabend nicht hinnehmen. Manne Lucha, Minister für Soziales und Integration und damit auch Frauenminister, hielt eine flammende Rede für die Gleichstellung von Mann und Frau. Im Anschluss gab es eine Podiumsdiskussion.

„Frauenrecht heißt Menschenrechte, Gleichberechtigung, keine Diskriminierung, heißt Demokratie. 100 Jahre Frauenwahlrecht heißt 100 Jahre Demokratie“, wird Manne Lucha in der Mitteilung zitiert. Demokratie brauche Frauen und Männer in ihrer Vielfalt, und je gleicher ihre Rechte und Chancen seien, desto stärker sei die Demokratie. Ohne Frauenrechte habe es kein Land zur vollständigen Demokratie geschafft, wie man am Beispiel des Arabischen Frühlings sehe, so Lucha. Die Grünen seien die einzige Partei, die seit vielen Jahren eine konsequente Quotierung und damit in allen Parlamenten fast Parität oder im Bundestag sogar einen Frauenanteil von 58 Prozent habe. „Diese Struktur strahlt in die ganze Gesellschaft aus. Deswegen brauchen wir mehr solche Strukturen, um etwas zu verändern“, sagte die Studentin und Podiumsteilnehmerin Alicia Schmid. Anja Reinalter, ebenfalls auf dem Podium, sagte aber dazu: „Frauen müssen auch Frauen wählen, denn das tun sie zum Teil nicht. Das können wir niemand vorwerfen, sondern wir müssen uns gegenseitig unterstützen.“

Jede vierte Frau werde Opfer von Gewalt, erklärte Lucha: „Für diese Frauen gibt es ein bundesweites Hilfetelefon in 17 Fremdsprachen an 365 Tagen, rund um die Uhr, telefonisch und online.“ Außerdem erhöhe das Ministerium seine Zuwendungen für Frauen- und Kinderschutzhäuser: „Es darf in Baden-Württemberg keine weißen Flecken mehr geben bei den Hilfeangeboten für Frauen.“ Im Bundesrat setze sich Baden-Württemberg für einen expliziten bundesgesetzlichen Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfe bei Gewalt für die Betroffenen ein, wird der Minister im Pressetext weiter zitiert.

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