Ausstellung über Pausen und Momente des Aufbruchs

Dieses Foto von Barbara Klemm stammt ausGrosseto, Italien (1983, Handabzüge, Silbergelantine auf Barytpapier, 30 mal 40 Zentimet
Dieses Foto von Barbara Klemm stammt ausGrosseto, Italien (1983, Handabzüge, Silbergelantine auf Barytpapier, 30 mal 40 Zentimeter). (Foto: Barbara Klemm)
Schwäbische Zeitung

Nahezu jeder Mensch kennt das Bedürfnis nach einer selbstbestimmten „Auszeit“. Im Allgemeinen steht diese für einen temporäreren Ausstieg aus dem kontinuierlichen Zeitmanagement und charakterisiert eine Zeitspanne, die nicht primär von der objektiven Zeitmessung, sondern dem persönlichen Zeitempfinden geprägt ist, teilt das Ravensburger Kunstmuseum mit. Es zeigt vom 17. April bis 11. Juli die internationale Gruppenausstellung „Auszeit. Von Pausen und Momenten des Aufbruchs“, die einladen soll, über die Bedeutungsebenen und Potenziale einer Auszeit nachzudenken.

In den vier Ausstellungskapiteln „Freizeitidyll: von Alltagsfluchten und Orten der Auszeit“, „Why work? Vom Wert der Auszeit“, „Wahrnehmungsverschiebungen: Zum Eigensinn der Kunst“ und „How to Be in the Moment? Von Präsenzerfahrungen und Strategien der Entschleunigung“ wird den Fragen nachgegangen, welche Formen die Auszeit annehmen und welche Funktionen sie erfüllen kann. Die Werke verdeutlichen laut Mitteilung die genussvollen wie janusköpfigen Elemente des Freizeit- und Vergnügungsgeschehens und stellen kritisch wie humorvoll die Taktung einer Leistungsgesellschaft in Frage.

Werke von den 1910er-Jahren bis hin zur Gegenwart

Die Ausstellung schlägt einen Bogen von Werken der 1910er-Jahre bis in die Gegenwart und beleuchtet aus der Perspektive der Kunst, dass der Ausbruch aus der Betriebsamkeit auch eine Form der Verweigerung oder des Widerstands sein kann. Bereits die expressionistischen Werke der Künstlergruppe „Brücke“ (1905 bis 1913) versinnbildlichen Auszeiten des Vergnügens und des Aufbegehrens. Die Darstellungen der Ausflüge in die Natur zu Beginn des 20. Jahrhunderts – etwa das Nacktbaden an den Moritzburger Teichen – zeugen sowohl von der erholsamen Pause als auch von der kompromisslosen künstlerischen Entfaltung und dem Entwurf einer utopischen Gegenwelt zur fortschrittsorientierten, reglementierten Gesellschaft im Wilhelminismus.

Auch in den zeitgenössischen Positionen rückt die Auszeit als Teil einer Gesellschaftskritik ins Zentrum. Die künstlerischen Positionen fordern laut Kunstmuseum das Recht auf Müßiggang, entwerfen einen autonomen Zugang zur Zeit und alternative Strategien der Präsenzerfahrung und verdeutlichen, welche Potenziale aus künstlerischer Sicht in einer Auszeit stecken.

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