Ausstellung mit Fotos von Gustav Traub geplant

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 Gustav Traub zum 80er vom Fotoclub.
Gustav Traub zum 80er vom Fotoclub. (Foto: Hans Necker)
Markus Glonnegger

Sonntags blieb die Küche kalt, denn der gebürtige Ravensburger Gustav Traub ( 1911-1997) funktionierte sie zur Dunkelkammer um, in der er seine Fotografien entwickelte, die er im Auftrag der Lokalredaktion Ravensburg gemacht hatte. Der freie Mitarbeiter der Heimatzeitung, wohnhaft in der Südstadt, war in Stadt und Umland, vor allem auf den Sportplätzen der Region, eine vertraute Erscheinung. Hatte Gustav Traub seine Fotos von samstäglichen Fußballspielen im Wiesental, in Oberzell oder Weingarten am frühen Sonntagmorgen in der Küche entwickelt, suchte er den Oberzeller Spieler und späteren Erfolgstrainer Dieter Brugger auf, der ihm die Namen der abgebildeten Akteure nannte, ehe Lokalredakteur Günther Peitz die exakt beschrifteten Fotos abholte.

Gustav Traub hatte einst bei Wollensak-Erb am Marienplatz seine Ausbildung zum Fotografen absolviert, ehe er als Angestellter bei Escher Whyss angestellt wurde. Seine Freizeit widmete Gustav Traub gleich nach dem Krieg zunächst dem damals populären Feldhandballsport. Als damals der Kartoffelacker im Schwarzwäldle von einer Schar begeisterter Feldhandballer in ein Spielfeld verwandelt wurde, war auch „Gustl“ Traub dabei. Walter Wolf (89 Jahre alt ), erinnert sich gerne an die erfolgreichen Jahre der Feldhandballer des Turnerbund (TB) Ravensburg. „In der von Gustav Traub trainierten Mannschaft spielte ich 1953/54 gegen Tettnang, Lindau, Saulgau, Feldkirch und Hohenems.“

In den besten Zeiten erfreute sich der TB als „südwürttembergischer Meister“ bei Spitzenspielen an bis zu 3000 Zuschauern im Schwarzwäldle. Walter Wolf nennt zahlreiche ehemalige Mitspieler, darunter Ludwig Graf, später Vorsitzender der Rutenfestkommission, Sepp Sauval, stellvertretender Feuerwehrkommandant, Hans Söll, Hans Kübel, Albert Mühleisen und andere. Weil er so „rapplig“ gewesen sei respektive ständigen Bewegungsdrang verspürt habe, sei Traub der Spitznamen „Rappele“ verliehen worden, bestätigt Schwiegersohn Hans Peter Necker, später wie Hugo Sießegger und Harry Straupeneck erfolgreicher Handballer auf dem Feld und in der Halle.

Sport, Rutentheater und Milka

Gustav Traub war auch Platzwart im Schwarzwäldle, führte eine Zeitlang zusammen mit Mutter und Schwester auch das „Leibingerstüble“, gründete eine „ TB-Altersabteilung“ und war Mitglied im „ Fotoclub Ravensburg“. Jahrzehntelang dokumentierte er nicht nur sportliche Ereignisse im Schussental, sondern hielt auch zahlreiche Aufführungen des Rutentheaters und der Milka in seinen Bildern fest.

„Wenn’s in der Stadt oder im Umland nächtens brannte, holte ich ihn ab zum Fotografieren“, erinnert sich der einstige Lokalredakteur Günther Peitz. Dessen ehemaliger Lokalchef Ernst Neyer sei ganz versessen darauf gewesen, dass Gustav Traub alljährlich Fotos vom Neujahrsfeuerwerk über der Stadt geliefert habe. Hans Peter Necker, der im kommenden Jahr 75 Jahre alt wird, plant schon jetzt eine Ausstellung mit Fotos von Gustav Traub für das kommende Jahr.

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