Bertram Kaes wird auf der „Ü60“ das Bühnenprogramm moderieren.
Bertram Kaes wird auf der „Ü60“ das Bühnenprogramm moderieren. (Foto: Felix Kästle/Ü60)
Schwäbische Zeitung

„Ach was, über 60“, sagt Bertram Kaes und lächelt. „Das mit der Altersgrenze können wir eigentlich auch gleich wieder vergessen. Es geht um ein gutes Leben. Und ein gutes Leben ist für Menschen mit 40 oder 55 genauso wichtig wie für Menschen mit 70!“ Der Ravensburger Kaes ist bekannt als Spiele-Erfinder, als Autor und als langjähriger Organisator der Veranstaltung „Ravensburg spielt“. Nun arbeitet er auf der neuen Ravensburger Messe „Ü60 – für ein gutes Leben“. Die hat kommendes Wochenende in der Oberschwabenhalle ihre Premiere, am 9. und 10. Februar, jeweils von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Bertram Kaes wird auf der „Ü60“ das Bühnenprogramm moderieren. Judo und Taekwondo, Tanz und Gedächtnistraining, Trommel-Workshop und Kanon-Singen, es wird jedenfalls bunt. Bertram Kaes wird in seinen Bühnen-Gesprächen den Dingen und den Menschen auf den Grund gehen. Wenn er nicht auf der Bühne steht, will er auf der Messe präsent sein und mit den Besucherinnen und Besuchern reden – völlig vorsätzlich. „Ein Schwätzle halten und vielleicht auch miteinander auf ein Bänkle sitzen.“ Er hat extra nochmal nachgefragt, ob auch überall auf der Messe genügend Bänkle aufgestellt werden. Wer mag, kriegt zum Schwätzle eine Tasse Kaffee oder Tee eingeschenkt. Übrigens ebenfalls kostenlos: Heißgetränke sind auf dieser Messe gratis, der Veranstalter spendiert sie zur Premiere.

Rund 80 Aussteller werden es sein, an deren Stände sich die Besucherinnen und Besucher umschauen, beraten lassen und Ideen holen können. „Für sich selbst oder für jemanden, den man mag: Wir haben ja alle auch Eltern und Großeltern“, sagt Kaes. Man kann E-Bikes auf einem Parcours testen, ebenso Rollatoren, man kann einen Schnupper-Tanzkurs machen, einen Fitness-Test absolvieren, Kosmetik ausprobieren und Modelleisenbahnen bestaunen, Naturseifen beschnuppern und sich die Vorteile von Hochbeeten zeigen lassen, es geht um Immobilien, Ernährung und Reisen. Oder wie die Messeveranstalter auflisten: um Gesundheit, Prävention, Mobilität, Service, Lebensqualität und Genuss.

„Wir wollen auf der Messe alle menschlichen Sinne ansprechen“, das haben Bertram Kaes und die Messe-Organisatoren um Projektleiterin Andrea Fink die ganze Zeit im Hinterkopf. Und neben den Sinnen möglichst auch noch das Herz. Begegnungen sind etwas Schönes, sagt Bertram Kaes, „wenn man älter wird und die Menschen um einen herum langsam weniger werden, umso mehr“. Dass man auf der Messe Begegnungen genießen kann, darum kümmert Kaes sich gerne persönlich. Wer weiß, vielleicht hat er sogar den einen oder anderen Zaubertrick in der Hosentasche. „Ich wünsche mir, dass die Leute in meiner Gegenwart lächeln, das ist mein Ziel“, sagt er.

„Wann ist ein Mensch denn alt?“ fragt Kaes und weiß genau, dass sich die wenigsten Leute gerne damit beschäftigten, selbst älter zu werden. Die meisten kriegen irgendwann mal einen Startschuss für das Thema. „Das erste Mal denkt man vielleicht drüber nach, weil die eigenen Eltern anfangen, das Thema Rollator aus der Spaß-Ecke herauszunehmen und in den Bereich des Möglichen oder gar Notwendigen zu stellen.“ Manchmal wird auch jemand krank oder stirbt – plötzlich ist das Thema da. Bertram Kaes findet: Umso mehr gehe es darum, das Leben bewusst zu leben und richtig zu genießen. Eigentlich sollte man das sowieso immer tun. Er sagt: „Wir alle kennen die Höhen und die Tiefen des Lebens. Es gibt nichts Herausforderndes, aber auch nichts Schöneres als das Leben.“ Und was die Sache mit dem Älterwerden angeht, betont er: „Das ist ja nicht Abstieg in den Hades. Auf der Messe nutzen wir die Chance und beleuchten, wie viele schöne und gute Dinge es im Leben gibt, für jeden Menschen.“

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