Auf der Spur der Künstlergruppe SPUR

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Im Kunstmuseum Ravensburg sind unter der eindrucksvollen Gewölbedecke Werke der „SPUR“-Künstler ausgestellt. In der „Räuberhöhl
(Foto: Archiv: Anja Köhler)
Schwäbische Zeitung

Der Kunstverein Ravensburg-Weingarten macht die politische Seite der Künstlergruppe SPUR zum Thema einer Ausstellung in der Gaststätte „Räuberhöhle“. Zur Eröffnung am Samstag, 31. Januar, um 19.30 Uhr wird der Grünen-Landtagsabgeordnete Manne Lucha sprechen.

1958 schlossen sich Lothar Fischer, dem das Kunstmuseum Ravensburg ab dem 14. Februar eine Ausstellung widmet, Heimrad Prem, Helmut Sturm und HP Zimmer zur Künstlergruppe SPUR zusammen. Die spielerische und experimentelle Kunst der vier Kunstakademie-Absolventen provozierte, ihre anarchistische und groteske Darstellungsweise verschreckte die konservative Kunstwelt der Adenauerzeit. Heute bilden die Werke dieser Gruppe einen der Schwerpunkte der Sammlung Selinka im Ravensburger Kunstmuseum.

In insgesamt sieben Ausgaben der selbst verlegten Zeitschrift „SPUR“ veröffentlichten die Künstler ihre gesellschaftlichen Manifeste und Erklärungen, zusammen mit frechen Collagen, chaotischen Kritzeleien und kritischen Zeichnungen. Leben, Architektur und Kunst sollten im Sinne des „Unitären Urbanismus“ zusammen geführt werden. So wollten sie die schöpferischen und spielerischen Kräfte der Menschen frei legen und damit die Welt verändern. Bei aller Revolution blieb die Gruppe immer ihrem Motto getreu: „Wer in Politik, Staat, Kirche, Wirtschaft, Militär, Parteien, Organisationen keine Gaudi hat, hat mit uns nichts zu tun“ (Januar-Manifest, SPUR 1961).

Dieses Motto war für Kunstvereins-Akteur Markus Meyer, den Initiator der Ausstellung, Anlass, die „Räuberhöhle“ in der Ravensburger Burgstraße als Ausstellungsort zu wählen. Hier hätten sich die drei Maler und der Bildhauer Fischer wohl gefühlt, glaubt er. Überliefert ist, dass manche ihrer Besuche in den Münchner Gastwirtschaften mit Hausverboten endeten.

Die Ausstellung zeigt auf 36 Tafeln Kritzeleien, Zeichnungen und Manifeste aus der Zeitschrift „SPUR“. Die Ausstellung dauert bis zum14. März, sie ist während der Öffnungszeiten der „Räuberhöhle“, Burgstraße 14, Ravensburg von 18 bis 2 Uhr und sonntags auch von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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