Asylheim: Keine Klagen von Anwohnern

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Schwäbische Zeitung
stellv. Redaktionsleiter

Offenbar keine großen Probleme hat es mit der Verlegung von rund 50 Flüchtlingen aus der Ravensburger Schützenstraße in die neue Unterkunft in der Wangener Straße gegeben. Wie die Agendagruppe Oststadt berichtet, konnten anfängliche Vorbehalte von Anwohnern zerstreut werden.

Rund 50 Männer, vorwiegend aus Gambia, Nigeria, Kamerun und Algerien verließen im vergangenen Juni die maroden Flüchtlingsunterkünfte in der Schützenstraße und zogen in zwei neu aufgestellte Wohncontainer in der Wangener Straße, direkt an der Stadteinfahrt gelegen. Im Vorfeld habe es bei Anwohnern „zahlreiche Bedenken und Ängste“ gegeben, wie die Agendagruppe Oststadt berichtet. Die Gruppe habe daher die Unterkunft in der Wangener Straße in ihrer jüngsten Sitzung auf die Tagesordnung gesetzt.

Fazit der Agendagruppe nach dem Treffen und vorangegeganenen Gesprächen mit Nachbarn der Unterkunft: „Alle Bewohner sind freundlich, halten das Areal sauber, noch nie ist es zu einer Lärmbelästigung gekommen, am Rutenfest habe man miteinander gefeiert.“ Die Sozialarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes sei regelmäßig im Rahmen von Sprechstunden vor Ort: „Konflikte mit der Nachbarschaft gab und gibt es ihres Wissens nach nicht.“

Die Asylbewerber leben in den Containern in Zwei-Bett-Zimmern. Da seit Januar 2018 jedem Flüchtling eine Wohnfläche von sieben Quadratmetern zusteht (davor waren es viereinhalb Quadratmeter), wurde die ursprüngliche Belegung von 90 Personen auf maximal 60 reduziert. Die meisten der 50 Bewohner in der Wangener Straße halten sich schon länger in Ravensburg auf, haben eine Beschäftigung oder besuchen Sprachkurse.

Aufgrund vielfacher Gerüchte und Falschinformationen über Geflüchtete fordert die Agendagruppe Oststadt Stadt- und Landkreisverwaltung auf, über die wirkliche Situation stärker in der Öffentlichkeit aufzuklären, zum Beispiel durch einen Infostand auf dem Ravensburger Wochenmarkt.

Das Grundstück in der Wangener Straße steht dem Landkreis für die Unterbringung von Flüchtlingen bis Frühsommer 2019 zur Verfügung. Dann werden die Asylbewerber wieder ausquartiert und die Container verschwinden. Entstehen soll auf dem Areal dann ein Neubaugebiet mit 80 Wohnungen. Geplant ist ein 20 Meter hohes Gebäude mit sechs Stockwerken direkt an der Stadteinfahrt. Drei längliche Baukörper sollen an der Bundesstraße entlang gebaut werden, dahinter wird ein kleiner Park mit drei Mehrfamilienhäusern und Tiefgarage entstehen.

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