Armut gibt es auch im wohlhabenden Oberschwaben - Neues Bündnis will helfen

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16 Sozialeinrichtungen und Verbände haben das Bündnis gegen Armut im Landkreis Ravensburg gegründet.
16 Sozialeinrichtungen und Verbände haben das Bündnis gegen Armut im Landkreis Ravensburg gegründet. (Foto: Betriebsseelsorge Ravensburg)
stellv. Redaktionsleiter

Folgende Einrichtungen beteiligen sich an dem Bündnis: Caritas Bodensee-Oberschwaben, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutsches Rotes Kreuz, Deutscher Gewerkschaftsbund, Diakonisches Werk, Dornahof/Württemberger Hof, Katholische Arbeitnehmerbewegung, Katholische Betriebsseelsorge, Katholisches Dekanat, KDA Ulm, Stadtseniorenrat, VdK-Kreisverband, Verband der Verfolgten des Naziregimes, Verdi, Die Zieglerschen.

Oberschwaben geht es wirtschaftlich prima. Doch auch in diesem Landstrich gibt es Menschen, die alles andere als wohlhabend sind. Ein jetzt gegründetes Bündnis gegen Armut will darauf aufmerksam machen und daran arbeiten, diesen Zustand zu ändern.

16 Sozialeinrichtungen und Verbände haben am Mittwoch das Bündnis gegen Armut im Landkreis Ravensburg gegründet (Namen der Einrichtungen am Ende des Textes). Das neue Bündnis ist kein geschlossener Verein, weitere Organisationen können sich gerne anschließen.

Ziel des Bündnisses ist zum einen, darauf aufmerksam zu machen, dass es auch im wohlhabenden Oberschwaben zahlreiche Menschen gibt, denen es finanziell sehr schlecht geht. Die Formen von Armut und Armutsgefährdung sind dabei sehr vielfältig. So sind in der Region zwar nur 2,7 Prozent der Menschen arbeitslos, doch auch vielen Menschen mit einem Job reicht das Geld nicht. Auch viele Rentner sind betroffen. Und Kinder: Jedes fünfte Kind in Baden-Württemberg lebt in Armut und ist dadurch von der Teilhabe an gesellschaftlichen Aktivitäten ausgeschlossen. Musikschule, Sportverein, Schulausflug: Vielen reicht für so etwas nicht das Geld. Und: Wer schwer erkrankt, der tappt plötzlich ungewollt in die Armutsfalle.

Ein großes Thema wurde bei der Bündnis-Gründung ebenfalls angesprochen. Es betrifft die Wohnungsnot. In und um Ravensburg gibt es keinen bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit wenig Geld, hieß es. Die Politik sei daher gefordert, endlich ausreichend kostengünstigen Wohnraum zu schaffen. Eine weitere Forderung war die Erhöhung des Wohngelds. „Wir verstehen uns als Mahner und Partner der Politik, deshalb fordern wir diese auf, ihre Verpflichtung wahrzunehmen, konkrete Schritte gegen Armut und Armutsgefährdung umzusetzen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung des neuen Bündnisses.

Veranstaltungen geplant

Das Bündnis gegen Armut will auch mit Veranstaltungen der beteiligten Einrichtungen auf das Thema aufmerksam machen. „Wir setzen uns dafür ein, ein Bewusstsein für die Wahrnehmung von Armut zu schaffen“, heißt es in der Gründungserklärung. Man wolle allen Menschen ein Leben in Würde ermöglichen und dafür sorgen, dass die Anzahl der von Armut betroffenen Menschen in Oberschwaben abnimmt.

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Folgende Einrichtungen beteiligen sich an dem Bündnis: Caritas Bodensee-Oberschwaben, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutsches Rotes Kreuz, Deutscher Gewerkschaftsbund, Diakonisches Werk, Dornahof/Württemberger Hof, Katholische Arbeitnehmerbewegung, Katholische Betriebsseelsorge, Katholisches Dekanat, KDA Ulm, Stadtseniorenrat, VdK-Kreisverband, Verband der Verfolgten des Naziregimes, Verdi, Die Zieglerschen.

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