Am Flashmob in Ravensburg beteiligen sich mehrere hundert Menschen

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Online-Redakteurin

Mehrere hundert Menschen haben am späten Donnerstagnachmittag vor dem Ravensburger Lederhaus getanzt, um gegen Gewalt an Frauen zu demonstrieren. Jugendliche, Männer und Frauen nahmen an dem Flashmob zum Song „break the chain“ (zu deutsch: „Sprenge die Ketten“) teil. Die Aktion mit dem Titel „One Billion Rising“ („Eine Milliarde erhebt sich“) fand am selben Tag an Orten auf der ganzen Welt statt, um auf seelische und körperliche Gewalt aufmerksam zu machen und diese anzuprangern.

Bereits vor Beginn der Veranstaltung war die freudige Anspannung der in der Mehrzahl weiblichen Teilnehmer zu spüren. Organisiert hatten die Aktion die Volkshochschule Ravensburg sowie die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises und der Stadt Ravensburg, Eva-Maria Komprecht. Die Tanzschule Desweemèr und das Tanzcenter Geiger hatten im Vorfeld allen Interessieren den Tanz zu „Break the Chain“ kostenlos beigebracht. Denn wie das Wort Flashmob bereits ausdrückt, sollten alle Teilnehmer zur gleichen Zeit dieselben Tanzschritte machen.

Zuvor begrüßte Verena Biggel, die sich als Frauenbeauftragte der katholischen Erwachsenenbildung vorstellte, das zahlreich erschienene Publikum sowie die Teilnehmer. Sie rief den UN-Bericht in Erinnerung, wonach jede dritte Frau bereits unterschiedliche Formen von Gewalt erlebt hat, und forderte „mutige Frauen und Männer, die sich positionieren, das Wort ergreifen und handeln“.

Zwei junge Poetry-Slammerinnen mit den Künstlernamen Feli und Luan trugen anschließend mit bebender Stimme Texte über Frauen in Not vor, die zutiefst betroffen machten. Luan erzählte gar die Geschichte einer Frau, die von ihrem Partner zu fliehen versucht, ihm aber nicht entrinnen kann und schließlich von ihm zu Tode geprügelt wird.

Nachdem Leila Trenkmann das Lied „Break the Chain“ a capella vorgetragen hatte, lobte Oberbürgermeister Daniel Rapp das „starke Signal im Herzen der Stadt“, welches diese Tanzaktion darstelle. Das Thema Gewalt an Frauen sei ein akutes Problem in Deutschland und in Ravensburg. Das Ravensburger Frauenhaus sei zeitweise so voll gewesen, dass Frauen auf weitere Einrichtungen im Landkreis hätten ausweichen müssen.

Die Tanzlehrerinnen Elke Hartmann und Milica Grujic gaben anschließend die Vortänzer auf der Bühne, während die Menschen in der Menge, teilweise mit voller Hingabe und viel Freude, nachtanzten. Zweimal hintereinander boten die Teilnehmer den Tanz dar, bis der Marienplatz kraftvoll vibrierte und das Gemeinschaftsgefühl mit Händen zu greifen war.

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