30-Jähriger betrügt Freundin um 21 400 Euro

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 Mehr als ein Jahr muss der 30-Jährige für seine Straftat hinter Gitter.
Mehr als ein Jahr muss der 30-Jährige für seine Straftat hinter Gitter. (Foto: dpa/David Ebener)
Rudi Heilig

Wegen schweren Betrugs hat ein 30-jähriger Mann aus Bad Waldsee am Montag in einer Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Ravensburg gestanden. Für seine Tat war er bereits Ende Februar vom Bad Waldseer Amtsrichter Feurle zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Wegen diverser Vorstrafen gab es in diesem Fall keine Bewährung. Gegen dieses Urteil legte der Verteidiger des 30-Jährigen Berufung ein.

Der Betrug hatte sich bereits vor zwei Jahren ereignet. Nach seiner Scheidung 2017 ging der Angeklagte eine neue Beziehung ein. Da er für ein neues Auto kein Geld hatte und er wegen einer eidesstattlichen Versicherung auch keinen Kredit bekam, pumpte er seine neue Liebe an. Mit Erfolg, sie bekam von ihrer Bank ein Darlehen in Höhe von 22 000 Euro ausbezahlt. Die Geldübergabe an den Freund erfolgte diskret in einer Bäckerei. Schnurstracks ging der Mann mit dem Geldpaket zum Autohändler und kaufte einen Geländewagen. Nicht ohne Grund wurde dieses Fahrzeug auf die Mutter des Angeklagten zugelassen. Bei einer gemeinsamen Spritztour versicherte er seiner Geliebten, dass seine Familie das geliehene Geld ihr auch bald zurückzahlen werde.

Doch nach dem Eingang der ersten beiden Raten in Gesamthöhe von 600 Euro wartete die Freundin vergeblich auf weiteres Geld. Als dann wegen Nichtbezahlung der Kraftfahrzeugsteuer das Fahrzeug im Oktober 2018 ausgestempelt wurde, erstattete sie Anzeige wegen Betrugs. Angeblich wurde der Geländewagen dann zum Preis von 10 000 Euro veräußert. Jedoch sah die Geldgeberin von diesem Erlös keinen Cent, das Geld wurde zur Begleichung von drängenden Auslandsschulden verwendet. Somit führt die Anklageschrift einen erschlichenen Betrag in Höhe von rund 21 400 Euro auf.

Die Vorsitzende Richterin am Landgericht Kathrin Fischer-Dankworth skizzierte die Vita des 30-jährigen Angeklagten. Nach der nicht ganz einfachen Schulzeit absolvierte der Mann eine Ausbildung. Er heiratete und wurde Vater. Zu den Kindern bestehe bis heute eine gute Vater-Beziehung. Der Mann war immer wieder arbeitslos. Weil er eine Bewährungsauflage nicht bezahlte, wurde ihm im Vorjahr eine Erzwingungshaft auferlegt, mit Geldern der Familie kam er nach Monaten wieder frei. Das Vorstrafenregister des Angeklagten weist bereits neun Einträge auf. Neben einschlägigen Taten ging es dabei auch um gefährliche Körperverletzung, Erschleichung von Leistungen, Vortäuschung einer Straftat, illegale Einfuhr von Hundewelpen und Diebstahl. Bereits 2006 wurde er erstmals zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Auch weitere Haftstrafen wurden in Folge zur Bewährung ausgesetzt. Diese Bewährungsfristen wurden zwar eingehalten, doch es dauerte anschließend bis zur nächsten Straftat nicht lange. So konfrontierte die Richterin den Angeklagten bereits mit einer weiteren Anklage. Den guten Kontakt zu seinen Kindern nahm Pflichtverteidiger Peter Thoma in seinem Plädoyer zum Anlass, doch beim neuen Urteil eine Bewährungszeit für den Angeklagten einzuräumen. Auch stünden die Chancen gut, dass die zerbrochene Ehe wieder neu aufgenommen werden könnte. Er verwies auch auf eine derzeitige Beschäftigung von 80 Prozent, hier soll eine Vollbeschäftigung in Aussicht stehen. Auch eine zusätzliche 450-Euro-Beschäftigung will sein Mandant annehmen. So stellte er eine monatliche Rückzahlung des eingeklagten Betrags von 21 400 Euro mit mindestens 200 Euro monatlich in Aussicht.

Oberstaatsanwalt Peter Vobiller zweifelte in seinen Ausführungen an einer günstigen Sozialprognose für den schon oft vor Gericht gestandenen Angeklagten: „Sie haben zwar heute nur gute Perspektiven erörtert. Jedoch, warum haben Sie diese guten Vorsätze nicht schon früher in die Tat umgesetzt?“ So oft wieder erneut straffällig geworden, könne er keine Bewährungsstrafe akzeptieren. Mit dem Antrag, die Haftstrafe um zwei Monate zu mildern, wolle er aber auch das Geständnis des Angeklagten würdigen.

Richterin bleibt bei Haft ohne Bewährung

Dieses Strafmaß, 13 Monate Haft ohne Bewährung, war schließlich auch der Urteilsverkündung zu entnehmen. Die Richterin wertete in ihrer Begründung den begangenen Betrug als schwerwiegend. Der Angeklagte habe das Vertrauensverhältnis zu seiner damaligen Freundin schamlos ausgenützt. Auch die berufliche wie auch wirtschaftliche Unstetigkeit sowie seine vielen Vorstrafen würden kein anderes Urteil zulassen. Dazu stehe auch die versprochene Schadensgutmachung in den Sternen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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