Ermittlungen nach Tierschutz-Skandal: Allgäuer Landwirt stellt Milchviehbetrieb ein

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Unter dem Eindruck des Tierschutz-Skandals im Allgäu hat ein Landwirt seinen Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach eingestellt. Nur die Rindermast werde fortgeführt, sagte der Sohn des Betreibers am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Gegen den Betriebsleiter und zwei Mitarbeiter wird seit August wegen Tierschutzverstößen ermittelt. In etwa sechs Wochen könnten die Ermittlungen laut Staatsanwaltschaft abgeschlossen sein.

Bei Kontrollen auf dem Hof waren Veterinärbeamte auch im August, kurz nachdem die Ermittlungen begonnen hatten, auf kranke Kälber gestoßen. Zum Teil hatten diese keinen Zugang zu Futter und Wasser.

Zudem standen „Rinder bis zu den Fesselgelenken in einer Pfütze aus Wasser, Kot und Urin“, wie aus einem Bericht des Bayerischen Umwelt- und Verbraucherschutzministeriums auf Anfrage der Landtags-SPD hervorging.

Südlich von Laiz (Sigmaringen) soll ein Stall für 1000 Schweine entstehen. Die Politik ist überwiegend dafür, was sagt die Bevölkerung?

Der Betreiber hat nach eigener Darstellung aussortierte Kälber von anderen Landwirten erworben, die teilweise krank waren. Die Kosten für die Behandlungen hatten sich einem Bericht des Bayerischen Rundfunks zufolge zeitweise auf 2000 Euro pro Woche belaufen, was der Betreiber nicht stemmen konnte. Als Konsequenz habe er Kälber abgegeben und werde den Milchviehbetrieb aufgeben.

Bei dem Betrieb handelt es sich um den kleinsten von insgesamt drei Milchviehbetrieben in Bad Grönenbach (Landkreis Unterallgäu), gegen die ermittelt wird. Anstoß für die Untersuchungen gaben Videoaufnahmen einer Tierschutzorganisation, die aus dem Stall eines Betriebs stammen sollen. Diese zeigen unter anderem wie Kühe getreten und geschlagen oder mit einem Traktor durch einen Stall geschleift werden.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen