Zweimal Feueralarm bei Center Parcs

Lesedauer: 4 Min
Der Ferienpark im Allgäu ist nach gravierenden Problemen wieder geöffnet.
Der Ferienpark im Allgäu ist nach gravierenden Problemen wieder geöffnet. (Foto: Simon Nill)

Gleich zweimal ist die Urlauer Bevölkerung in der Nacht zum Mittwoch von Sirenengeheul aus dem Schlaf gerissen worden. Grund für den doppelten Feueralarm war laut Leutkirchs Kommandant Michael Klotz der Ferienpark von Center Parcs, wohin die Leutkircher Wehr ausrücken musste.

Feuermelder soll eigentlich Fehlalarme vermeiden

Nachts um 3 Uhr hätten zunächst „Handwerker aus Unachtsamkeit mit einer Hebebühne einen Linearmelder ausgelöst“, erklärte Klotz auf Nachfrage der SZ-Redaktion. Ein solcher Melder soll laut einer Produktbeschreibung im Internet eigentlich unnötige Alarmierungen vermeiden. Der Linearmelder sendet Infrarotlicht zu einem Reflektor, der es zurückschickt, wobei eine zusätzliche Distanzmessung Fremdkörper im Lichtstrahl erkennen soll, heißt es dort, etwa, „wenn der Strahl durch einen Gabelstapler unterbrochen wird“. Die Theorie wurde von der Praxis in Urlau augenscheinlich außer Kraft gesetzt.

Für den zweiten Sirenenalarm war laut Kommandant Klotz dann die Ferienpark-Küche ursächlich: „Technikleute haben versäumt, die Absauganlage in der Küche einzuschalten, die Klappen waren zu.“ Als dann gegen halb sechs die Köche mit dem Kochen begonnen hätten, sei der Dunst nicht abgezogen. „Wieder sind mehrere Rauchmelder losgegangen, wir sind ein zweites Mal zu Center Parcs – und ich hoffe, das war heute das letzte Mal“, schilderte Klotz mit übernächtigtem Unterton, „weil ich zweimal wegen sowas aus dem Bett gerissen wurde“.

Zugleich ergänzte er in diesem Zusammenhang, dass derlei Alarmierungen für die Leutkircher Freiwillige Feuerwehr keine Seltenheit seien: „Das haben wir auch in anderen Firmen, wenn etwa Handwerker anrücken, die nicht über eine Brandmeldeanlage informiert sind und einfach unter einem Melder das Bohren anfangen.“

Ahnungslose Handwerker schulen

Brandmeldeanlagen seien „natürlich Fehlerquellen“, sagte Klotz. Er appelliert deshalb an Verantwortliche von Firmen, in deren Gebäuden solche Anlagen installiert sind, dass sie beispielsweise Handwerkern, die vor Ort tätig werden, „einen zentralen Anlaufpunkt“ benennen, der über den Brandschutz umfassend Bescheid weiß. Diese Person solle verantwortlich sein für eine sogenannte „Meldeschleife“, das heißt: Handwerker über neuralgische Stellen in Kenntnis setzen, gegebenenfalls eine Brandmeldeanlage außer Betrieb setzen, darüber aber die Feuerwehr informieren – und vor allem auch über das Ende von Handwerkerarbeiten, wenn die Brandmeldeanlage wieder eingeschaltet wird. „An dem klemmt’s manchmal“, bedauert Klotz.

Mit Blick auf Feuermelder in Privatwohnungen unterstreicht er: „Wir konnten dank ihnen schon einige Brände verhindern und in jüngerer Vergangenheit zwei Personen retten, die ohne Feuermelder vermutlich größeren Schaden genommen hätten.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen