Zum Abschluss gibt es den Steppenwolf

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Der Regisseur Wolf E. Rahlfs setzt auf die Wirkung von Kontrast und Überraschung, um seiner Inszenierung Rhythmus und Lebendigk
Der Regisseur Wolf E. Rahlfs setzt auf die Wirkung von Kontrast und Überraschung, um seiner Inszenierung Rhythmus und Lebendigkeit zu verleihen. (Foto: Peter Empl)
Schwäbische Zeitung

Die Badische Landesbühne Bruchsal gastiert am Samstag, 14. April in der Festhalle Leutkirch. Als letztes Stück der aktuellen Saison gibt es dann Hermann Hesses „Der Steppenwolf“ in einer Inszenierung von Wolf E. Rahlfs. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Karten (11 bis 22 Euro) sind laut Veranstalter im Vorverkauf in der Touristinfo, unter tickets.schwaebische.de und an der Abendkasse ab 18.30 Uhr erhältlich.

Der Steppenwolf, das ist Harry Haller, ein Mann von fast fünfzig Jahren, ein Außenseiter und Einzelgänger, ein Intellektueller und Sinnsucher, der in einer tiefen Lebenskrise steckt. Sein Seelenleben ist geprägt vom ambivalenten Verhältnis zur bürgerlichen Lebensform. Einerseits bewundert er das Werk Goethes und die Musik Mozarts, nicht zu vergessen die Gemütlichkeit seiner Mansarde, die ihm ein biederer Angestellter vermietet. Andererseits blickt er voller Ekel und Verachtung auf das spießige Alltagsleben und die bigotten Moralvorstellungen der bürgerlichen Gesellschaft, die sich schon wieder auf den nächsten Krieg einstimmt.

Halb Mensch, halb Wolf – so sieht er sich selbst. Seine Zerrissenheit treibt ihn um, er sucht Zuflucht zum Alkohol und sehnt sich nach Erlösung durch Selbstmord. Im Traktat vom Steppenwolf, einem schmalen Büchlein, ihm auf der Straße zugesteckt, findet Harry sich wieder. Er trifft auf Hermine, eine junge Frau und Verführerin, die ihm eine Welt der Sinnlichkeit, eine Welt aus Tanz, Rausch und Sex eröffnet. Sie ist es, die Harry auf den Eintritt in das magische Theater vorbereitet, wo er anstelle des starren Gegensatzes von Mensch und Wolf die Vielgestaltigkeit seiner Persönlichkeit erlebt.

Hermann Hesses Klassiker der literarischen Moderne stellt Regisseur Wolf E. Rahlfs vor die eine oder andere Herausforderung. Eine getreue Bebilderung des Textes war dabei nicht sein Ziel: „Mit nur einem Spielstil werden wird nicht glücklich werden“, so Rahlfs. „Es braucht die ganze Palette, von der kühnen Abstraktion über blutigen Naturalismus bis zur absurden Stilisierung. Eine erfolgreiche Steppenwolf-Inszenierung ist für mich ein Abend, der die Grenzen zwischen diesen Ausdrucksweisen spielerisch zerlöchert.“

Weiter sei ein Mittelweg aus anarchischem Spielwitz und Präzision gefragt, meint Rahlfs; letztere insbesondere für Ensembleszenen und chorische Textpassagen. Da der sperrige Stoff eher einer Dramaturgie des Traums als der des Aristoteles’ folgt, sich Szene für Szene in neuen Bildern entfaltet, setzt der Regisseur außerdem auf die Wirkung von Kontrast und Überraschung, um seiner Inszenierung Rhythmus und Lebendigkeit zu verleihen.

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