„ZukunftsWerkStadt“ findet positives Echo

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Freuen sich gemeinsam über das erfolgreiche Projekt "ZukunftsWerkStadt": Hochschulmitarbeiter, Vertreter der Stadtverwaltung un (Foto: Sabine Centner)
Sabine Centner

„Ein Muster mit Wert“ – so kommentierte der Stuttgarter Stadtplaner Timo Buff die Ergebnisse der „ZukunftsWerkStadt“ zur Quartiersentwicklung in der Bleiche und in Diepoldshofen, die am Montagabend bei der Abschlussveranstaltung im Leutkircher Bürgerbahnhof vorgestellt wurden.

In Workshops, Diskussionen mit den Bürgern und unter Mitwirkung von Fachleuten der Hochschule Biberach, der Universität Bremen und der EnBW hatten in den vergangenen Monaten die Themen Energieerzeugung, Energiesparen sowie Stadtplanung im Mittelpunkt gestanden. Dabei ging es laut Buff letztlich darum, gemeinsam die Leutkircher Zukunft zu gestalten: „Wie können in beiden Quartieren gemeinschaftliche Ansätze gefunden werden?“, beschrieb er die Kernaufgabe des Projekts „ZukunftsWerkStadt“.

Professor Andreas Gerber vom Institut für Gebäude- und Energiesysteme der Hochschule Biberach erläuterte vor gut 50 Besuchern die Ergebnisse der für Wissenschaftler ungewohnt kurzzeitigen Untersuchungen. Sowohl im eher homogenen städtischen Wohnquartier Bleiche als auch im heterogenen ländlichen Teilort Diepoldshofen hätten sich in Zusammenarbeit mit den Bürgern (Workshops, Haushaltsbefragungen, Bürgertreffen) interessante Vorschläge in Sachen Energieerzeugung und -einsparung entwickelt. „Man muss bei der Wärme ansetzen“, so Gerbers Fazit. „Hier besteht in beiden Quartieren Handlungsbedarf.“

Eine bereits laufende Machbarkeitsstudie soll nun aufzeigen, ob und inwieweit das für die Bleiche vorgeschlagene Nahwärmesystem erfolgversprechend und realisierbar ist. Als Voraussetzung empfahl der Hochschullehrer ein gemeinsames Konzept von Bewohnern der Bleiche und dem Seniorenzentrum Carl-Joseph, um einen möglichst hohen Anschlussgrad zu erreichen. Technische Details, die Frage des geeigneten Brennstoffs, aber auch eine Kostenprognose sollen den Bürgern, die an einer energetischen Sanierung ihrer Häuser interessiert sind, dann Entscheidungshilfen geben.

Für Diepoldshofen kann sich Gerber Mehrzweckhalle und Schule als „Nukleus“ für weitere Aktivitäten vorstellen. Will heißen, Ortschaftsrat, Bürger und Vereine sollten bei der energetischen Sanierung gemeinsam Hand anlegen und einen neuen Ortskern schaffen. Gerber sprach von einem interessanten Prozess, nun müsse die Machbarkeitsstudie „die Optionen ausloten“. Fest steht für den Wissenschaftler allerdings: „Die Zukunft der Energieversorgung liegt in der Hand der Bürger.“

Ute Brandt von der Universität Bremen, die die „ZukunftsWerkStadt“ in den vergangenen Monaten ebenfalls intensiv begleitet hatte, empfahl, die Finanzierung der Projekte durch starke Partner und eine Beteiligung der Bürger sicherzustellen. Außerdem hält sie in den so unterschiedlichen Quartieren „ein durchdachtes, behutsames Vorgehen“ für entscheidend.

Ziel aller Bemühungen in der nachhaltigen Stadt Leutkirch müsse es sein, die Energiewende umzusetzen, machte Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle klar. Den Bürgern empfahl er, ihre Immobilien so zu sanieren, dass sie keinem künftigen Wertverlust ausgesetzt seien. Auch Stadtplaner Claudio Uptmoor zeigte sich zufrieden mit der „ZukunftsWerkStadt“: Sie habe Perspektiven aufgezeigt, Planungen angestoßen und werde in die Zukunft der Stadtentwicklung hineinwirken.

Mit einem energiespendenden Geschenkkorb dankte OB Henle schließlich den sogenannten Bürgerbotschaftern, die sich als Ansprechpartner in der Bleiche und in Diepoldshofen für das Projekt engagiert hatten. Nun gelte es, die Ideen der „ZukunftsWerkStadt“ weiterzutransportieren, gab Henle die künftige Marschrichtung vor.

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