Zeigt dieses Bild einen Goldschakal in Leutkirch?

 Zeigt dieses Bild einen Goldschakal?
Zeigt dieses Bild einer Wildtierkamera einen Goldschakal? (Foto: Privat)
Redakteur

Während der Goldschakal, der sich längere Zeit im Bad Wurzacher Ried aufgehalten hat, wohl tot ist, machen Gerüchte über Sichtungen rund um Leutkirch die Runde. Vor kurzem hat nun ein Leutkircher Bürger auf einer Wildkamera, die in einem Garten am Rande der Kernstadt steht, ein verdächtiges Tier entdeckt. Was ein Experte von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) zu der Aufnahme sagt.

Das Tier, das auf der Nachtaufnahme zu sehen ist, scheint relativ drahtig zu sein. Besonders dichtes Fell ist nicht zu erkennen, die Beine sind im Verhältnis zum Oberkörper relativ kurz. Der Kopf des Tieres ist verdeckt, die Fellfarbe ist auf der Schwarz-Weiß-Aufnahme nicht zu erkennen. Könnte das ein Goldschakal sein, der da in einem Leutkircher Garten unterwegs ist?

Experte: Es ist ein Rotfuchs

Die Antwort von Felix Böcker vom Wildtierinstitut der FVA kommt schnell. Und ist für alle, die sich über die Sichtung eines Exemplars der in Deutschland nur selten vorkommenden Tiere freuen würden, eine Enttäuschung. Bei dem Tier auf dem Bild handele es sich um einen Rotfuchs, ist sich Böcker sicher.

Körperbau, Zeichnung und Proportionen lassen einen Goldschakal ausschließen,

legt sich der Experte fest.

Zu den Gerüchten über Sichtungen eines Schakals bei Leutkirch erklärte Böcker Anfang des Monats bereits, dass der FVA dazu keine Informationen vorliegen würden. Mit Hinweisen oder Erzählungen zum Goldschakal, die sich nicht näher untersuchen lassen, sei mit Vorsicht umzugehen. „Erfahrungsgemäß werden dort, wo der Goldschakal in den Köpfen ist, sehr häufig Füchse mit ungewöhnlicher Fellfärbung oder anderweitig unerwartetem Aussehen, für Goldschakale gehalten und gemeldet“, so Böcker.

Entsprechend näher beurteilen lassen würden sich aber nur Meldungen mit entsprechendem Bildmaterial. So wie nun bei dem Bild aus dem Leutkircher Garten. Mit dem oben geschilderten Ergebnis.

Goldschakale etwas größer als Füchse

In Deutschland wurde der erste Goldschakal-Nachweis 1997 in Brandenburg dokumentiert. Das bekannte Verbreitungsgebiet des fuchsähnlichen Goldschakals erstreckt sich vor allem über den südostasiatischen Raum bis in den Westen nach Südosteuropa. Seit einigen Jahren werden jedoch auch in weiter nördlich und westlich liegenden Ländern Europas Goldschakal-Nachweise registriert.

Goldschakale sind etwas größer als Füchse, können jedoch aufgrund ihrer Färbung auch mit einem kleinen Wolf verwechselt werden. Auch ihre Reviergröße und ihre Ernährung sind mit denen eines Fuchses vergleichbar.

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