„Wir wollen eine familienfreundliche Kirche sein“

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Fast endlos lang – der Zug der Ministranten auf Schloß Zeil.
Fast endlos lang – der Zug der Ministranten auf Schloß Zeil. (Foto: Sabine Centner)
Sabine Centner

„So etwas erlebt man nicht alle Tage!“ Glücklich äußerte sich nicht nur diese Teilnehmerin des Festgottesdienstes am Sonntag auf Schloß Zeil; der „Tag der Begegnung“ mit Bischof Gebhard Fürst hat vielen Besuchern ganz besondere Erlebnisse und Begegnungen ermöglicht. „Suchet den Frieden und jaget ihm nach“ war das Motto des Tages, zu dem der Bischof nach Schloß Zeil gekommen war.

Beim Pontifikalgottesdienst im voll besetzten Festzelt segnete er die Ministranten aus dem Dekanat Allgäu-Oberschwaben, die am kommenden Sonntag zur Wallfahrt nach Rom aufbrechen werden, ehe er im Anschluss Gespräch und Begegnung mit den Besuchern suchte.

Festlich läuteten die Glocken, eine gute Viertelstunde lang, dann setzte sich ein fast unübersehbar langer Prozessionzug in Bewegung: Angeführt von der Musikkapelle Schloß Zeil nahmen gut 200 Ministranten, die zahlreich vertretene Geistlichkeit und schließlich Diözesanbischof Gebhard Fürst den Weg von der Pfarrkirche Schloß Zeil über den Vorplatz der Kirche und durch den Fürstlichen Park zum Festzelt. Noch hielten die Wolken dicht, doch vorsichtshalber hatte man am Morgen bereits entschieden, den Festgottesdienst ins Zelt zu verlegen.

Dort begrüßte Dekan Ekkehard Schmid den „Hausherrn“, Fürst Erich mit Gattin Mathilde, die ihr Gelände zur Verfügung gestellt hatten und intensiv an der Vorbereitung beteiligt waren. Dazu die Geistlichen aus Leutkirch, Bad Wurzach, Kißlegg und Wolfegg, Bundes- und Landtagsabgeordnete und Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle mit Gattin sowie die vielen, vielen Ministranten aus dem Dekanat. Vertreter eines Gehörlosenchors übersetzten sämtliche Ansprachen, Texte und Lieder in Gebärdensprache für die gehörlosen Teilnehmer des Gottesdienstes.

13 Konzelebranten feierten den zweistündigen Gottesdienst zusammen mit Bischof Fürst, 140 Sängerinnen und Sänger aus umliegenden Kirchengemeinden bildeten einen eindrucksvollen Gesamtchor unter Leitung von Regionalkantor Franz Günthner. In seiner Predigt widmete sich Fürst den verschiedenen Facetten des Themas Frieden – in der Familie, in den persönlichen Beziehungen, in der Gesellschaft, in der Kirche. Diese wünscht sich der Bischof so: „Wir wollen eine familienfreundliche Kirche sein.“ Auch die Ministranten, die sich demnächst in Rom zur internationalen Wallfahrt treffen werden, sieht Bischof Fürst als „Botschafter des Friedens“. Rund 700 aus der Region, etwa 6000 aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart werden es sein, mit denen er in der Kirche St. Paul vor den Mauern in Rom gemeinsam Gottesdienst feiern wird. Insgesamt, zeigte sich Fürst dankbar, tun 35 000 Mädchen und Jungen in der Diözese ihren Dienst als Ministranten – eine stolze Zahl.

Mit einer Stationen-Olympiade unter dem Motto „Minis erobern Rom“ und einer gemütlichen Hockete im Zelt ging der Tag der Begegnung zu Ende – ein Tag, an dessen Vorbereitung zahllose Haupt- und Ehrenamtliche Wochen und Monate mitgearbeitet hatten.

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