„Wir müssen Wohlstand und Energieverbrauch ‚entkoppeln‘“

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Karl-Heinz Schweigert

„Wir müssen den Wohlstand für die wachsende Weltbevölkerung entkoppeln vom Energieverbrauch bei den fossilen Quellen und daher bei dem Ausbau regenerativer Alternativen immer schneller werden“: So das mahnende Grußwort von Hans-Jörg Henle bei der Eröffnung des 5. Energiefrühlings am Samstagnachmittag in der Festhalle. Der Oberbürgermeister sieht dabei seine Stadt mit ihrer erneuten Gold-Zertifizierung beim European Energie Award „zwar gut im Rennen“, fordert generell aber von der Politik einen besser koordinierten Ausbau der erneuerbaren Energieträger, verbunden mit effektiven Maßnahmen zur Einsparung von Energie. Wie die gut dreißig Aussteller aus der Region dabei eindrucksvoll belegen, sei die Technik hierzu im Land der Tüftler und Denker bereits vorhanden.

Innovative Mittelständler

In diese Kerbe schlug auch Raimund Haser, dem beim Thema Energiewende „vieles nicht zusammenpasst“. So gehe beispielsweise die Gebäudesanierung mit einem Prozent pro Jahr viel zu schleppend voran. Dabei ständen „innovative Mittelständler“ bereit, um die berechtigten Forderungen der Schüler bei „Fridays for future“ in die Praxis zu übertragen. Als förderliche Maßnahmen nannte der Landtagsabgeordnete auch die Kohlendioxid-Bepreisung und eine Neufassung des Energie-Einspeisungs-Gesetzes (EEG). Zudem könne aber jeder mit seinem Verhalten „die Welt ein bisschen besser machen“.

Dankesworte hatte auch Christoph Knepel für die Aussteller, die „trotz vieler gut gefüllter Auftragsbücher“ noch Zeit für den Aufbau und die Betreuung der Info-Stände gefunden haben. Angesichts der fortschreitenden globalen Erwärmung mit ihren Wetter-Extremen „müssen wir uns gemeinsam stark machen für die Stärkung regenerativen Energien in den Kommunen“, so der zweite Vorsitzende des Energiebündnisses. „Sehr erfreulich“ bezeichnete er in der Rückschau der beiden Tage die starke Resonanz bei den Besuchern .

Diese erwartete in der Halle wie auf dem Freigelände ein breites Angebot an Informationen bis hin zu praktischen Lösungen: Die Spanne reichte dabei von Möglichkeiten der Gebäudedämmung, kontrollierter Belüftung und modernen Heizungsanlagen über Photovoltaik, Wärmepumpen und Heizungen mit dem Energieträger Holz, bis hin zu Beratungen von Energieversorgern, bei Versicherungen und der Finanzierung von Investitionen.

Die neue Welt der Mobilität zeigte sich in den Elektroautos, Pedelecs und beim Carsharing, wie für die jüngsten Gäste beim Basteln von solargetriebenen „Marsrobotern“. Bei den Fachvorträgen im Lohboden konnte man sich außerdem zu den Themen vertieft informieren, wie auch Schüler bei mehreren Firmen über interessante und zukunftssichere Ausbildungsplätze.

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