Wie Biogas und Artenvielfalt zusammenpassen

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 Gebhard Pfender von der AG Wildpflanzen-Biogas Kißlegg führt die Besucher übers Modellfeld.
Gebhard Pfender von der AG Wildpflanzen-Biogas Kißlegg führt die Besucher übers Modellfeld. (Foto: Veranstalter)
Schwäbische Zeitung

Im Rahmen des Wildblütenfests wurde über einen Modellversuch informiert, bei dem aus Wildpflanzen Biogas gewonnen werden soll. Rund 70 Interessierte, Landwirte, Gemeinderäte, Vertreter anderer Kommunen sowie Bürger konnten bei Vortrag, Podiumsdiskussion und insbesondere direkt auf dem Feld erleben, das einträgliche Landwirtschaft auch im Einklang mit der Natur möglich ist, heißt es in dem Pressebericht der Veranstalter.

Biogas aus Wildpflanzen erzeugen

Der Anbau von Energiepflanzen spielt bei der Energiewende eine wichtige Rolle, liefern sie doch unabhängig von Sonnen- und Windbedingungen Gas, das zur Erzeugung von Strom genutzt wird. Allerdings ist diese Form der Energiegewinnung, die zum überwiegenden Teil durch den Anbau von Mais in großflächigen Monokulturen erfolgt, aus ökologischer Perspektive nicht unumstritten. Genau an dieser Stelle bewegt sich ein Modellprojekt, die aus Wildpflanzen Biogas erzeugen will.

Getragen wird dieses von der AG Wildpflanzenbiogas, dem Landschaftserhaltungsverband Ravensburg und der Leutkircher Elobau-Stiftung, so das Schreiben weiter. In enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Wildpflanzenbiogas ist in diesem Jahr unter der Mitwirkung von neun Landwirten auf einer Fläche von rund 15 Hektar im Raum Kißlegg anstatt Energiemais eine sehr artenreiche Wildpflanzenmischung ausgebracht worden. Die Wildpflanzenmischung ist geeignet, den reinen Anbau von Mais unter ökologischen Gesichtspunkten wirksam zu ergänzen. Den etwas geringeren Ertrag gleicht die Stiftung aus, damit bei den Landwirten keine Mehrbelastung verbleibt. Angelegt ist das Projekt auf fünf Jahre.

„Das Energiefeld als Psychotop“

In seinem Vortrag „ Das Energiefeld als Psychotop“ steuerte Werner Kuhn, Mitentwickler der Pflanzenmischung und umtriebiger Experte, den theoretischen Hintergrund und die Notwendigkeit eines Umdenkens in der Energiepflanzenwirtschaft bei. Wie eine Verbreitung und Etablierung der Biogaserzeugung durch Wildpflanzen gelingen könne, war die Kernfrage des Abschlusspodiums mit dem Landtagsabgeordneten Raimund Haser. Der Politiker zeigte sich überzeugt von dem Projekt und versprach, sich mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass der Anbau von Wildpflanzen zur Biogaserzeugung mittelfristig in staatliche Förderprogramme aufgenommen wird.

Auch Vertreter aus dem Raum Riedlingen und Bad Saulgau informierten sich intensiv über die Anbaumethode. Der Pressesprecher des Regionalwerks Bodensee Stefan Wortmann ließ sich die Gelegenheit ebenfalls nicht entgehen, sich ausführlich kundig zu machen. Schließlich startet das Unternehmen im kommenden Jahr die Finanzierung eines Schwesterprojekts im Bodenseekreis.

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