Wider den Unkrautdruck

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Auch der Kreisverkehr in der Isnyer Straße soll aufgewertet werden.
Auch der Kreisverkehr in der Isnyer Straße soll aufgewertet werden. (Foto: heb)
Herbert Beck

Auch die Stadt Leutkirch will öffentliche Grünflächen attraktiver gestalten. Es geht, pragmatisch betrachtet, dabei um weniger Kosten bei der Pflege aber auch um Ökologie. Darüber hat der Gemeinderat der Stadt intensiv diskutiert.

„Sachdarstellungen“ erschließen sich nicht immer auf den ersten Blick. „Der Gemeinderat hat beschlossen, dass Verkehrsgrünflächen so umgebaut werden, dass die Pflegeintensität reduziert wird und gleichzeitig ein ökologischer Beitrag geleistet wird.“ Schwarz auf weiß war das nachzulesen in den Unterlagen vor der jüngsten Sitzung.

Die Landschaftsarchitektin Simone Kern aus Argenbühl hat dann ein „bienenfreundliches Blühkonzept präsentiert“, das zudem günstiger ausfallen soll als ein erster Entwurf des Planungsbüros Witt aus Ottenhofen. 45 000 Euro versus, so Kerns Expertise, 33 000 Euro? Diesem Rat folgte das Gremium. Das schließt aber nicht aus, das stellte Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle in den Raum, dass weitere Feinabstimmungen getroffen werden könnten.

„Blühende Landschaften“, dieser Begriff kommt aus der großen Politik. Heruntergebrochen auf die Leutkircher Realität fallen darunter dann Ausführungen wie jener vom „Blühkonzept“ oder auch der „ästhetischen Wirkung“ öffentlicher Grünflächen, die so nebenbei die Artenvielfalt förderten.

Kerns Grundvorstellung, der Gemeinderat stellte sich dahinter, konzentriert sich auf zwei Module. Option 1 ist überschrieben mit dem Begriff „Wiesensaat“. Dabei werde der Boden durch das Ausbringen und Einarbeiten von sandigem Substrat abgemagert, ein artenreiches und blütenfreundliches Saatgut folge.

Kerns zweites Modul mit der Einstufung „bunte insektenfreudliche Staudenbepflanzung“ sei eher für intensive und wirksame Flächen gedacht.

Die Ideen haben letztlich gezündet, obwohl Gottfried Härle (Bürgerforum) anfangs nicht alle Vorschläge mittragen wollte. Die Vorlage der Verwaltung führte neben den Kreisverkehren Isnyer Straße und Europaplatz nur die Bereiche Herlazhofer Straße/Öschweg, Grüntenstraße/Säntisstraße und Wangener Straße/Steinbeissstraße als Ziele für die Neuausrichtung der städtischen Grünlandbewirtschaftung auf. Härle nannte als weiteres denkbares Projekt auch den Fußweg im Bereich des alten Friedhofes, der bei einer Veränderung „Natur eher erlebbar machen“ könne als das Areal eines Kreisverkehrs. Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle wollte sich dem Vorschlag nicht generell verschließen.

Vorerst aber bleibt es bei dem von der Stadt vorgelegten Plan. Für den Kreisverkehr an der Isnyer Straße wird etwa eine „artenreiche schattverträgliche Wiesenansaat mit strukturgebenden, geschnittenen Eiben“ als markantes Gestaltungselement vorgesehen. Partiell könne auch eine bunte Staudenpflanzug erfolgen.

Unter anderem könnten aber im Bereich Wangener Straße/Steinbeisstraße verwilderte Kleingehölze durch das Modul „Wiese“ ersetzt werden. Grundsätzlich aber, auch das wurde am Montag so akzeptiert, soll die Bevölkerung „gründlich informiert“ werden. Es dauere lange, „bis das Konzept seine gewünschte Auswirkung zeigt“, so steht es in den Unterlagen der Stadt. Diese liefern auch ein Argument dafür, dass bald begonnen werden müsse: „Beginn ist im Spätsommer, weil dann der Unkrautdruck geringer ist.“

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