Wasser bewegt Winterstetten

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Schwäbische Zeitung

Eine große Runde sitzt um den Stammtisch, die Bierkrüge sind gefüllt, die Stimmung gut: Es ist Wahlkampf in der Säge in Emmerlanden. Das Bürgerforum Leutkirch hat eingeladen und wird laut Pressemitteilung wie in jedem Jahr sofort mit dem Dauerbrenner in Winterstetten konfrontiert: dem Wasser.

Das Thema dreht sich heuer allerdings nicht so sehr um den Hochwasserschutz. Dort seien nämlich die nächsten notwendigen Maßnahmen schon auf den Weg gebracht, heißt es. Diskutiert wird über das Leitungswasser und die Frage, ob es sinnvoll ist, dass Winterstetten an die Ringwasserleitung in Leutkirch angeschlossen wird. „Ich habe schon mit vielen alten Menschen gesprochen, und niemand hat erlebt, dass wir hier bei uns einmal kein Wasser hatten“, beklagt sich ein Teilnehmer der Runde.

Manche Bewohner Winterstettens befürchten, dass ihr qualitativ hochwertiges Trinkwasser in der Ringleitung mit dem Wasser aus Leutkirch vermischt werden und dann in minderer Qualität wieder zurückkommen könnte. Diese Gefahr sieht Ortsvorsteher Michaelis eher nicht. Er befürwortet den Verbund, da somit sichergestellt sei, dass im Falle einer Verkeimung der Quelle die Wasserzufuhr immer gewährleistet ist.

Auch Tempo 30 in Leutkirch war manchem Teilnehmer nach Angaben des Bürgerforums ein Dorn im Auge. Fraktionsvorsitzender Gottfried Härle entgegnete, dass die Anwohner der betroffenen Straßen von einem gesunkenen Lärmpegel berichten, was sich vor allem nachts deutlich bemerkbar mache. „Für die Autofahrer sind es nur ein paar Sekunden mehr, für die Anwohner entsteht aber eine deutlich höhere Zufriedenheit. Das ist es wert“, ergänzte Klaus Wellmann, Vorsitzender der Wählervereinigung. Auch das Fahrradfahren sei bei Tempo 30 deutlich angenehmer.

Beim Thema Innenstadt spricht sich das Bürgerforum für eine sofortige Erweiterung der Fußgängerzone auf die Marktstraße Süd aus. Am Beispiel von Isny, Wangen und Bad Waldsee könne man sehen, dass dies nur positive Auswirkungen hat. „Wenn die Leutkircher und auch die Gäste sich gerne in der Innenstadt aufhalten, dann bleiben sie auch länger und kommen öfter. Und kaufen mehr ein“, ist sich Härle sicher. Mittelfristig sollte nur noch Anlieger- und Anlieferverkehr in der Altstadt erlaubt sein. Dafür müssten aber noch Parkmöglichkeiten außerhalb der Altstadt geschaffen werden. „Da werden wir im neu formierten Gemeinderat sofort Druck machen“, versprach Härle am Schluss.

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