Vorsorge für das Superwahljahr

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 Veranstalter, Lehrer und Akteurinnen des Theaterprojekts hoffen einen guten Besuch der Demokratie-Tagung in Leutkirch.
Veranstalter, Lehrer und Akteurinnen des Theaterprojekts hoffen einen guten Besuch der Demokratie-Tagung in Leutkirch. (Foto: bawa)

Superwahljahr 2019: Am 26. Mai 2019 stehen die Kommunal – und Europawahlen an, am 1. Dezember werden in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Kirchengemeinderäte und Synodale gewählt. Aktiv oder passiv können die Bürger daran teilnehmen. Doch wie steht es um das ehrenamtliche Engagement an der Gestaltung des gesellschaftlichen Umfelds bei einem immer individuelleren Lebensstil?

Das Bündnis „Wir sind dran“ sucht nach Antworten und Möglichkeiten unterschiedlicher Beteiligungsformen im Ländlichen Raum bei einer Tagung am 6. Februar im Haus Regina Pacis in Leutkirch. Mit dabei unter anderem Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle und Unternehmer Gottfried Härle aus Leutkirch, Jens Liedtke vom Deutschen Gewerkschaftsbund, Ravensburg und Paul-Stefan Roß, Dekan Fachbereich Sozialwesen von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.

„Ich kann Biotonne“ – das verkündet gerade ein neuer Flyer des Landratsamts. Die Bewohner im Kreis Ravensburg sollen beim Sammeln von Kompostgut mitmachen und damit einen Beitrag zur Wiederverwertung von wertvollen Energieträgern leisten. Ein kleines Beispiel, wie Beteiligung in unserer Gesellschaft funktioniert. Oder auch nicht, wenn niemand mitmacht. Bei der Tagung in Leutkirch steht genau dieses Thema im Mittelpunkt. „Demokratie braucht Bürgerbeteiligung“ lautet deshalb das kurze Einstiegsreferat von Hannes Wezel von der Stabsstelle für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, Stuttgart.

In der Geschwister-Scholl-Schule in Leutkirch haben sich 44 Schüler der Klasse 12 a des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums und des Berufseinsteigerjahrs (BEJ) schon im Herbst des letzten Jahres bei einem dreitägigen Theaterworkshop intensiv mit verschiedenen Formen des Zusammenlebens und Mitwirkens in einer demokratischen Gesellschaft auseinandergesetzt. Sie werden jeweils mit einem Anspiel bei der Tagung in die verschiedenen Diskussionsrunden einführen, das mit der Theaterpädagogin Marilena Weichert und Klassenlehrerin Karin Dobler (BEJ) erarbeitet wurde. Gelernt haben die Jugendlichen dabei nicht nur, sich aus unterschiedlichen Perspektiven Gedanken über ihre Zukunft zu machen, sondern auch kreativ mit Schülern unterschiedlicher Vorbildung zusammenzuarbeiten.

„Sie haben selbst einen demokratischen Prozess durchgemacht“, sagte Karin Dobler bei einem Pressegespräch und erklärte damit auch, warum das Projekt vom Bundesprogramm „Demokratie leben“ gefördert wurde. „Demokratie bewegt uns doch alle“, versicherte Schulleiter Heinz Brünz und zeigte sich im Nachhinein sehr zufrieden, dass der Schule dieses Theaterprojekt ermöglicht wurde und vor der Tagung für einen Tag noch einmal aufgelegt wird.

Gleichzeitig konnte die Sprachfähigkeit der jungen Menschen geschult werden, sodass sie sicherlich an die geladenen Vertreter von Kommune, Unternehmen, Gewerkschaft, Berufsbildung und Kirche einige spannende Fragen haben.

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