Vier Allgäuer Unternehmen fürs Energiesparen ausgezeichnet

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Hier stehen Allgäuer Pioniere im Einsatz für die Energiewende (von links) Anton Klotz, Robert Röhrle (Betriebsleiter Käserei),
Hier stehen Allgäuer Pioniere im Einsatz für die Energiewende (von links) Anton Klotz, Robert Röhrle (Betriebsleiter Käserei), Gottfried Härle, Michael Hetzer, Hans-Jörg Henle, Klaus Fischer (Geschäftsführer Allgäu GmbH), Andreas Eggensberger u (Foto: Karl-Heinz Schweigert)
Karl-Heinz Schweigert

„Wir im Allgäu gehen voran bei der Energieeinsparung, dabei ist auch in der Wirtschaft einiges möglich“, so die Kernaussage von Anton Klotz bei der Preisverleihung des Wettbewerbs Energiezukunft Allgäu am Mittwochabend in Härles Malztenne. In seinem Grußwort betonte der Landrat des Oberallgäus , dass es nun nach der ersten Phase mit dem Ausbau der regenerativen Energien in die zweite Phase gehe, „von der Stromwende zur Wärme- und Verkehrswende“.

Hierzu seien gerade die vier ausgewählten Preisträger aus insgesamt 15 Bewerbern „vorbildliche Beispiele für die Zukunft, die mit ihren Mitarbeitern und Kunden eingebunden möglichst viel Kohlendioxid einsparen“. Dieses Ziel hat sich der Veranstalter, das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza) seit 20 Jahren vorgenommen, so dessen Geschäftsführer und Moderator des Abends, Martin Sambale.

Eine kompetente Jury aus Landräten, Oberbürgermeistern, Klimaschutzmanagern sowie Vertretern von Hochschule, der Industrie- und Handelskammer und Energieversorgern hat nun allein zwei Firmen aus Leutkirch ausgezeichnet: Mit dem ersten Preis die Brauerei Clemens Härle, die bereits seit 2009 ihre Getränke klimaneutral produziert und vermarktet. Der Wärmebedarf wird mit einer Hackschnitzelanlage gedeckt, für die Stromversorgung sorgen eigene Fotovoltaik-Anlagen zu etwa 25 Prozent sowie Energieunternehmen mit regenerativen Quellen. Außerdem werden nur regionale Rohstoffe verwendet und die Vertriebswege sind begrenzt. Alles in allem sind dies für Geschäftsführer Gottfried Härle „ sicher Wettbewerbsvorteile, auch wenn in erster Linie der Geschmack beim Kauf entscheidet“.

Der Sonderpreis ging an die Elobau, die seit 2010 die Emissionen des ganzen Betriebes bilanziert. Der zweitgrößte Posten hierbei entfällt auf „Pendeln der über 850 Mitarbeiter“. Diese sollen mit einem attraktiven System der tagesgenauen Erfassung von Pendelkilometern zur Nutzung umweltfreundlicher Alternativen animiert werden. „Das Auto ist noch vorn, aber der Anteil des Fahrrades und damit die ‚grünen Kilometer pro Kopf‘ steigen stetig“, so Geschäftsführer Michael Hetzer. Hierzu sorgen auch mittlerweile über 100 von Elobau bezuschusste Pedelecs .

Den zweiten Preis erhielt das Ostallgäuer Biohotel Eggensberger, das insbesondere durch seine Aktivität bei der Mobilität überzeugte: So werden Gäste, die mit der Bahn anfahren (aktuell schon über 30 Prozent), mit dem E-Auto abgeholt, das dann vor Ort auch ausgeliehen werden kann. Die Ladung erfolgt über die hauseigene Fotovoltaik-Anlage. Den dritten Preis erhielt die Biokäserei Wiggensbach mit dem Neubau eines Gewölbekellers aus Ziegel, der mit Erde überdeckt bei sehr geringem Energieaufwand gleichbleibende Lagertemperaturen erreicht. Für die gelungene musikalische Gestaltung des Abends sorgte schließlich mit schwungvoll alpenländischen Weisen das Mehrwegterzett aus Durach .

Spruch des Abends: Gottfried Härle zu seinem klimaneutral hergestellten Bier: „Mit gutem Gewissen kann man auch zwei Halbe trinken und schadet dabei nicht der Umwelt“

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