Viele Erwachsene kommen zur „Fridays for Future“-Demo in Leutkirch

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Karl-Heinz Schweigert

„Wir können es uns nicht leisten aufzuhören, denn es ist für uns und unsere Kinder.“ So hieß es in der flammenden Rede von Jan Werner auf dem Kornhausplatz bei der zweiten „Fridays for Future“-Demo. Der Leutkircher Gymnasiast forderte einen effektiven Weltklimagipfel und erklärte das Anliegen der Demo als „hochpolitisch“. Auf „der Straße für die Zukunft“ würden sich die gut 300 Teilnehmer aus den Leutkircher Schulen sowie Gästen aus Isny und Wangen bewegen, darunter diesmal erfreulich viele Erwachsene.

„Wir müssen helfen, den Humusabbau zu beenden und unseren Planeten zu regenerieren“, lautete die Devise von Michael Gretz. Der Leutkircher Familienvater betonte, „dass für ein sinnvolles Wirtschaften auch Gesetze geändert werden müssen“. Er lud die Zuhörer ein, beim Grundstück am Leprosenhaus mitzumachen, um dort „einen kleinen Garten Eden zu schaffen“.

„Das Gift im Boden, Wasser und in der Luft muss aufhören, da andererseits die Allergien massiv zunehmen“, so die Forderung von Hellmut Hirt. Addititive des Flugbenzins würden „Tag und Nacht herunterregnen und Glyphosat die Äcker vergiften“. Für den erfahrenen Imker steht zudem fest, dass das Artensterben und die Klimakatastrophe eng zusammengehören und man daher den natürlichen Gegenkräften mehr Raum schaffen müsse.

„Ihr könnt gleich damit anfangen und das Eis in der Waffel bestellen“, war der Aufruf von Gabi Zimmermann aus Ottmannshofen. Ihre vierköpfige Familie hat sich der Müllvermeidung verschrieben. „Die Produktion von Verpackung verschwendet wichtige Ressourcen, wie sauberes Wasser, Energie und Erdöl.“

Für Julian Aicher ist die Demo „Unterricht im Freien, der Rednern und Schülern bei aller Ernsthaftigkeit auch Spaß macht“. Der Experte für regenerative Energien erläuterte, dass „allein Solarmodule auf 60 Prozent der Dachflächen hundert Prozent des Stromverbrauches abdecken könnten“.

Hinzu kämen noch die „sexy Töchter der Sonne“ wie Wind- und Wasserkraft sowie Biogas und Erdwärme. In allen Bereichen gäbe es noch „viel Luft nach oben“, um so eine hundertprozentige Versorgung zu erreichen. „Lond it luck und lasst euch nicht entmutigen“, war sein abschließender Appell.

Für die passende musikalische Gestaltung der Kundgebung sorgten mit eindringlichen Liedern mit Gitarrenbegleitung die Duos „Fanny und Felix“ aus Isny, Luna Mack und Felix Reinalter aus Herlazhofen und Maierhöfen sowie „LaNomi“, ebenfalls aus dem bayrischen Nachbarort.

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