Viel Lob, viel Dank und viel Arbeit

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Vorstand Michael Waizenegger präsentiert Vorhaben und Geleistetes.
Vorstand Michael Waizenegger präsentiert Vorhaben und Geleistetes. (Foto: Lilli Schneider)
Rolf Schneider
Redakteur

„Es ist super gelungen, den Stab von einer Generation zur anderen weiterzureichen“, so Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle – lobende Worte gehören zu einer Jahreshauptversammlung wie Speis und Trank. Sie sind einfach üblich. Eher unüblich ist dagegen, dass diese verbalen Streicheleinheiten kein bloßer Wort-Zierrat, sondern ehrliche Beschreibung des Tatsächlichen sind. So geschehen am Mittwochabend im proppenvollen „Post“-Saal, wo nach einem musikalischen Intro von dem Sängerinnen-Trio „Magnus und mir“ Vorstand Michael Waizenegger, Matthias Hufschmid als Sachverwalter Kulturgut und Kassier Rudolf Dentler, Rechenschaft ablegten.

Die Höhe der Verbindlichkeiten (84 704,89 Euro) wird im Laufe des Jahres durch Zuschüsse aus dem Landes-Leaderprogramm (erwartet 30 000 Euro) auf ein erträgliches Maß schmelzen, zumal das anspruchsvolle und finanzintensive Projekt „Leprosenhaus“ nun abgeschlossen ist. Rund 250 000 Euro wurden in das Leprosenhaus investiert, gar nicht mitgerechnet die vielen Arbeitsstunden der freiwilligen Helfer. Inzwischen sind bereits zwei Künstler (Holz und Glas) dort eingezogen. Der Auszug der Kunstschule Sauterleute und die somit wegfallenden Mieteinnahmen schmerzen allerdings.

Die Auszeichnung „vorbildliches Museum“ von 2018 wird verständlich, wenn man sich die Palette der Aktivitäten vor Augen führt. Die Besucherzahlen – 3100 im Bock, 9557 registrierte in Schmidsfelden – sprechen ebenso für sich wie Qualität der zumeist überdurchschnittlichen Ausstellungen, von denen „Alte Tugenden“ besonders gelobt wurde. Dass nicht nur alte Tugenden sondern auch neue, zukunftsweisende Sichtweisen im Blickpunkt stehen, zeigt das von Silke und Roland Hess ins Leben gerufene Projekt „Kinder im Museum“ („Anna und Paul“).

Der Höhepunkt der aktuellen Vorhaben ist im April ganz klar die Ausstellung „500 Jahre St. Martin“, zu deren Zustandekommen und Gelingen die bewährten „Bock“-Granden Prof. Dr. Thierer, Georg Zimmer, Claudio Uptmor und Rolf Waldvogel zählen. Michael Waizenegger fasste den Oberbegriff der ambitionierten Vorhaben kurz und eingängig zusammen: „Viel, viel Arbeit.“

Zu einer Jahreshauptversammlung gehören nicht nur Rück- sowie Ausblicke, sondern auch Wahlen. Hannes Schmidt scheidet als Vorstand aus, bleibt aber als Beisitzer und Berater weiter mit an Bord. Dass die bewährte Vorstandschaft mit Michael Waizenegger, seinem stellvertretenden Vorsitzenden Peter Feuerstein und Kassier Rudolf Dentler einstimmig bestätigt wurde, versteht sich da von selbst, obwohl das Sangestrio „Magnus und mir“ vorgewarnt hatte: „Allaweil bloß freundlich sei, des muaß it sei“. Angesichts der aktuellen Lage und der Hoffnung auf steigende Besucherzahlen durch Center-Parcs dürfte Freundlichsein aber ein Leichtes sein, nicht zuletzt deshalb, weil der Helferkreis der Heimatpflege ebenso treu wie bewährt ist, weshalb den langjährige Stützen Getrud Pfeffer, Anita Haug und vor allem Claudia Thierer (37 Jahre Museumsmitarbeit) ebenso langanhaltender wie ehrlicher Applaus und Blumensträuße zuteil wurde. Ganz besonders langer und lauter Applaus galt dem Vorstandsmitglied Franz Dorner, der von den lieben Worten, dem überreichten Wein und dem Essensgutschein sichtlich gerührt war. Ein bewegender Moment am Schluss eines prallvollen Abends, oder, um den OB zu zitieren, einer Hauptversammlung, die „super gelungenen“ war.

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