Umbau zum Leutkircher Hospiz hat begonnen

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Redakteur Leutkirch

Wände werden aufgebrochen, Elektroeinrichtungen zurückgebaut und Zimmer neu aufgeteilt – Der Bau einer stationären Hospizanlage im zweiten Obergeschoss des ehemaligen Leutkircher Krankenhauses hat begonnen. Acht Plätze sollen dort entstehen. Läuft alles nach Plan, will der Landkreis als Besitzer des Gebäudes die neuen Räume Ende April an die St.-Elisabeth-Stiftung – den Träger der Einrichtung – übergeben.

„Der Landkreis ist sehr froh über die Entwicklung bei der Immobilie“, sagt Hubert Meßmer vom Eigenbetrieb IKP. Er spricht von „tollen, anstrengenden Monaten“, bis die Hospizpläne abgeschlossen werden konnten. Damit sei auch die letzte große Fläche im Gebäudekomplex belegt. Erleichtert darüber, dass eine „jahrelange Planung“ bald Früchte tragen wird, ist auch Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle. Das betont der Rathauschef bei einer Besichtigung der Baustelle am Freitag.

Was auf den rund 640 Quadratmetern im zweiten Obergeschoss für die Gäste geboten werden soll, erläutert Tobias Bär von der St.-Elisabeth-Stiftung. Generell werde das Areal eher den Eindruck eines Wohnheims denn einer Pflegestation vermitteln. Im Mittelpunkt stehe ein großes Wohnzimmer mit Balkon, das zum Verweilen einladen soll. Wert sei auch darauf gelegt worden, dass ausschließlich Einzelzimmer mit eigenem Bad zur Verfügung gestellt werden. „Wir wollen, so gut es geht, die Individualität wahren“, meint Bär.

Zuvor steht allerdings der Umbau an. Rund 1,3 Millionen Euro investiert der Landkreis. „Das wird baulich eine tolle Einrichtung“, ist sich Hubert Meßmer sicher. Der Zeitplan sieht vor, dass nach den Sommerferien unter anderem die neuen Wände eingerichtet und Versorgungstrassen installiert werden. Ab Herbst geht es an die optische Gestaltung der Räume. Nach der Übergabe an die St.-Elisabeth-Stiftung soll das Hospiz „am besten sofort“ eröffnet werden. Voraussetzung dafür ist, dass das passende Personal zur Verfügung steht. Ob das zeitlich reicht, dahinter steht derzeit noch ein Fragezeichen.

„Wir suchen gerade nach einer Einrichtungsleitung“, sagt Tobias Bär. Diese Person sei dann wiederum dafür verantwortlich, ein Team zusammenzustellen, das aus elf Vollzeit-Beschäftigten in der Pflege besteht. Zudem seien ehrenamtliche Hilfskräfte wichtig. Etwa, um mit den Gästen einmal spazieren zu gehen oder ihnen etwas vorzulesen.

Unterstützung von Firmen

Der Aufenthalt im Hospiz soll kostenlos sein. 95 Prozent der Kosten werden von Krankenkassen bezahlt. Die restlichen fünf Prozent müssen über Spenden und Zuwendungen vor Ort getragen werden. So sieht es der Gesetzgeber vor. Diese Finanzierungslücke kann pro Jahr 100 000 Euro sein, sagt OB Henle. Als wichtiger Partner konnte zunächst die Leutkircher Bürgerstiftung gewonnen werden. Deren Vorsitzender Rudolf Dentler äußert sich am Freitag hoffnungsvoll, dass aus der Stiftung jährlich 25 000 zur Verfügung gestellt werden können. „Es gibt Menschen, die extra für das Hospiz spenden“, sagt er.

Zudem habe der Gemeinderat bereits eine finanzielle Unterstützung zugesagt. Für den „Worst Case“ reiche das allerdings nicht aus. Deshalb sind – wie Henle ausführt – Leutkircher Unternehmen um Unterstützung gebeten worden. Viele positive Rückmeldungen hätten den Rathauschef „beeindruckt“. Ihre Hilfe zugesagt haben folgenden Firmen: ATE, Brauerei Härle, Capron, Durach, EKL, Gruschwitz, Kreissparkasse Ravensburg, Milei, Sycotec, Textil Walter, Josef Mösle Transport, Volksbank Allgäu-Oberschwaben und Wiedenmann Kieswerk.

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