Tukolere Wamu fördert 124 neue Projekte

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Redaktionsleiter

124 neue Projekte unterstützt der Afrikaverein Tukolere Wamu seit diesem Jahr. Dazu zählen kleinere Hilfen wie die Reparaturen an Gebäuden, aber auch längerfristig angelegte Initiativen – beispielsweise Fortbildungen von Hebammen fördern. Vor allem in Uganda greifen mehr als 300 Vereinsmitglieder – über 40 davon aus Leutkirch – den Menschen in den Punkten Bildung, Erziehung und Ausbildung unter die Arme. Dadurch sollen Perspektiven im jeweiligen Land geschaffen werden.

Neu im bunten Topf an geförderten Projekten ist zum Beispiel ein sogenanntes Hühnerprojekt, erklärt die Leutkircherin Gerlinde Brünz, stellvertretende Vorsitzende von Tukolere Wamu. Dabei gehe es darum, einer Gruppe von Frauen in Ostuganda Hühner zur Verfügung zu stellen. Durch die Zucht der Tiere und den Verkauf der Eier könnten die Frauen „ein Einkommen generieren“ und so den eigenen Lebensunterhalt aufbessern. Das Geld könnten die Uganderinnen dann verwenden, um etwa Schulbesuche ihrer Kinder zu finanzieren. Bei dem Projekt handelt es sich laut Brünz um eine sogenannte „einkommensschaffende Maßnahme“, die bei den Zielen des Vereins ganz oben auf der Agenda stehen. Keine Unterstützung gibt’s hingegen für laufende Kosten.

Eine Finanzspritze erhält demnächst auch eine Schule, die sich Instrumente anschaffen will. Für den Unterricht werden Harfen und Trommeln benötigt. Bisher hätten die Lehrer solche Instrumente ausleihen müssen, erklärt Brünz. Ein weiteres Beispiel für eine Initiative, die neu gefördert wird: In Togo wird Tukolere Wamu künftig die Fortbildung von traditionellen Hebammen unterstützen. Aktuell sei es so, dass viele Frauen ohne Ausbildung die Geburtshilfe übernehmen. Das soll sich ändern. Deshalb sollen den Frauen medizinische Grundlagen vermittelt werden.

Auch in anderen afrikanischen Ländern ist der Verein aktiv. So werden im Kongo derzeit finanzielle Mittel für einen „Sonderfall“ zur Verfügung gestellt. Ein Konflikt habe dort für einen Flüchtlingsstrom gesorgt. Viele der Fliehenden sind laut Brünz in einem Camp untergekommen. Verschlechtert habe sich die Lage zudem durch den Ausbruch des Ebola-Virus. Tukolere Wamu unterstützt die Menschen mit Zeltplanen, Reis und Medikamenten. „Die Hilfe ist sehr dringlich. Vor allem bei Regen ist es im Camp sehr chaotisch“, beschreibt Brünz die Situation, die dem Verein von Projektpartnern vor Ort geschildert wird.

Mit weiteren Geldern unterstützt der Verein etwa eine Schule in Uganda. Dort sei kürzlich ein sogenanntes Computerlabor eingerichtet worden. Gerne werden laut Brünz auch Solaranlagen gefördert, denn das spare dauerhaft Strom und reduziere die laufenden Kosten. Dauerläufer bei Tukolere Wamu sind derweil Projekte wie die Unterstützung beim Bau von Latrinen. Viele Familien und Schulen hätten keine eigenen Toiletten. Ugander, die sich bereiterklären, ein Latrinenloch zu buddeln, erhalten Materialien wie Steine oder eine Betonplatte vom Verein.

Mindestens einmal pro Jahr reist eine Delegation von Tukolere Wamu nach Afrika, um sich einen Eindruck von den Projekten zu verschaffen. Im vergangenen Mai stand ein Besuch in Togo auf dem Programm, im Januar geht’s im Rahmen einer sogenannten Projekt- und Begegnungsreise nach Uganda. „Diesmal gibt es besonders viel zu betrachten“, meint Brünz. Durch den Vor-Ort-Termin lasse sich generell ein besserer persönlicher Bezug zu den Initiativen herstellen. Etwa 16 Reisende hätten sich dafür angemeldet.

Auch in Leutkirch hat die stellvertretende Vorsitzende mit weiteren Helfern bereits einige Aktionen zur Unterstützung des Vereins auf die Beine gestellt. So findet jährlich etwa „Afrika im Kino“ statt. Zudem soll es in diesem Jahr wieder einen „Afrikatag“ an der Leutkircher Geschwister-Scholl-Schule geben.

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