TSG Leutkirch entscheidet Handball-Krimi für sich

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Juri Sperle war mit sieben Treffern erfolgreichster Leutkircher.
Juri Sperle war mit sieben Treffern erfolgreichster Leutkircher. (Foto: Archiv: Paul Gantner)
Schwäbische Zeitung

Nichts für schwache Nerven war die Bezirksklasse-Begegnung zwischen der TSG Leutkirch und dem TV Gerhausen 2 am vergangenen Samstag in der Sporthalle beim Gymnasium. Nachdem die Gäste lange Zeit wie der Sieger aussahen, drehten die Hausherren das Spiel in den letzten sechs Minuten und gingen am Ende mit 26:25 als umjubelter Sieger vom Platz.

Der TV Gerhausen erwies sich an diesem Abend als eine echte Herausforderung für die Jungs von Trainer Manfred Folter. Obwohl es für die Gäste aus dem gesicherten Mittelfeld um nicht allzu viel ging, traten sie in Bestbesetzung an. Davon zunächst unbeeindruckt gingen die Allgäuer ins Spiel und konnten durch schöne Tore schnell mit 3:1 in Führung gehen. In den Folgeminuten kämpften sich aber dann die Gäste wieder zurück in die Partie und die Hausherren trafen das Tor plötzlich nicht mehr. Reihenweise scheiterte man am Aluminium oder dem inzwischen gut aufgelegten Gästetorhüter.

Im Angriff gelingt nichts

So staunten die Zuschauer in der Gymnasiumhalle nicht schlecht, als der TV mehr und mehr die Kontrolle auf dem Parkett übernahm und ein ums andere einfache Tor erzielen konnte. Der TSG wollte vor allem im Angriff einfach nichts gelingen. Zum Glück war die Defensive wenigstens gut gestellt, so dass die Gäste zur Pause nur mit 12:8 in Führung lagen.

Dementsprechend deutlich fiel die Halbzeitansprache von Trainer Manfred Folter aus, er mahnte dringend zu mehr Konzentration vor dem Tor, wollte man nicht am Ende eine ganz böse Überraschung erleben. Und obwohl die Gäste den besseren Start in Durchgang zwei erwischten, konnten die Allgäuer nun Stück für Stück zurückkommen und so eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff durch Juri Sperle wieder auf 18:19 verkürzen. Gerhausen schlug aber direkt zurück und stellte binnen weniger Minuten den alten Abstand wieder her. So sahen sich die Hausherren knappe sieben Minuten vor dem Ende wieder mit vier Toren (20:24) im Hintertreffen.

Unglaubliche Schlussphase

Was nun folgte, war eine schier unglaubliche Schlussphase. Die Gäste hatten sichtlich Kräfte gelassen, bekamen plötzlich keinerlei Zugriff mehr auf das Spiel. Die Hausherren witterten ihre letzte Chance und konnten diese am Ende tatsächlich nutzen. Stefan Peterfaj, zuvor gleich zweimal unglücklicher und erfolgloser Schütze vom 7-Meter-Punkt, erzielte wenige Sekunden vor dem Ende die viel umjubelte 26:25 Führung. Gerhausen kam zwar nochmal in Ballbesitz, mehr als einen direkt zu verwandelnden Freiwurf, der sein Ziel verfehlte, kam aber dabei nicht mehr heraus. „Gerhausen hat uns heute viel abverlangt, am Ende hat man aber den Willen meiner Mannschaft gesehen, hier noch was holen zu wollen“ so Manfred Folter nach dem Spiel.

Für die TSG waren am Ball: Andreas Lutz und Andreas Brodbeck (beide Tor), Michael Gantner (2), Valentin Menge, Steffen Volz (1), Dennis Hemer (1), Martin Hirscher (3), Manuel Bauhofer (5), Stefan Peterfaj (2/1), Matthias Göser, Pius Göser (4), Juri Sperle (7), Nico Lau und Ivan Kristo (1).

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