„Strömkarlen“ erschließt musikantisch nordische Helden- und Göttersagen

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Sie lassen die Edda musikantisch lebendig werden: Das Dresdner Quartett „Strömkarlen“
Sie lassen die Edda musikantisch lebendig werden: Das Dresdner Quartett „Strömkarlen“ (Foto: Karl-Heinz Schweigert)
Karl-Heinz Schweigert

„Runes and Rumours“ (Runen und Magie): Unter diesem Titel haben am Dienstagabend in der Malztenne vier professionelle Musiker aus Dresden ihr neues Album mit Vertonungen der mittelalterlichen Edda-Verse aus Island vorgestellt, ausdrucksstark im Gesang und virtuos mit ihren Instrumenten. Über zwei Stunden faszinierte so das perfekt einstudierte Quartett „Strömkarlen“ (schwedischer Wassergeist) auf magische Weise sein Publikum und ließ es an den mystischen Götter- und Heldenlieder von längst vergangenen Zeiten teilhaben.

Perfekt war dabei auch die charmante Moderation der Protagonisten, denen man zudem allesamt die innere Begeisterung an diesem Genre ansah. Und so lebte im historischen Ambiente der Brauerei mit der so fremden altnordischen Sprache die zauberhafte Gedankenwelt der Wikinger auf: Mit Göttervater Thor und seiner schönen Tochter Freyja, dem Helden Sigur, den Sehern und Asen sowie den Zwergen und Riesen. Unter die Haut gehend dabei die kontrastreichen Inhalte der Sagen: Von heiter, verschmitzt und ausgelassen bis melancholisch und gewalttätig.

Überzeugend war dabei die musikantische Interpretation der professionellen Künstler, die sich gegenseitig bestens ergänzten und inspirierten: Mit glockenklar berührendem Sopran in mehreren Soli Christina Lutter, die zudem souverän Geige und Tin-Whistle spielte. In gleicher Weise gefiel Guido Richarts mit feinem hohen Tenor sowie am Kontrabass, Bodhrán (Rahmentrommel) und an der Drehleier. Den vierstimmigen Chorgesang komplettierten harmonisch Caterina Other und Daniel Nikolas Wirtz, beide jeweils zudem stark mit der Nyckelharpa ( „Schlüsselfiedel“ ) und Gitarre.

Sie alle sorgten so für ein beeindruckend außergewöhnliches Konzert, das (nach der Pause mit Ausfall der Verstärker-Anlage auch gelungen „unplugged“) nicht ohne Zugaben und anhaltendem Applaus beendet werden durfte. Zum Schmunzeln und trefflich das Schlusswort von Christina Lutter: „Wir spielen seit drei Jahren gerne zusammen, aber mit Publikum macht es uns viel mehr Spaß“.

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