Stehende Ovationen für das harmonische Frühjahrskonzert

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 Den dritten Teil des Konzertes bestritten Stadtkapelle und Chor gemeinsam.
Den dritten Teil des Konzertes bestritten Stadtkapelle und Chor gemeinsam. (Foto: Babette Caesar)
Babette Caesar

Die Stadtkapelle Leutkirch und der Gospelchor Aitrach haben am Samstagabend ein gemeinsames Frühjahrskonzert bestritten, das auf große Begeisterung in der ausgebuchten Festhalle traf. Instrumental und sängerisch boten sie ein breites musikalisches Spektrum von traditionellen Märschen bis hin zu Pop- und Rockklassikern. Zahlreiche solistische Auftritte gehörten mit zu den Höhepunkten, für die es Bravorufe und am Schluss Standing Ovations gab.

Die Band des Aitracher Gospelchors eröffnete dieses Frühjahrskonzert mit einem kraftvollen Intro. Schon dabei wurde ausgelassen mitgeklatscht, bevor Sängerinnen und Sänger zu dem afrikanischen Lied „Molweni“ von Johnny Lamprecht anhoben. „Es herrscht große Freude über den Entschluss, dieses Konzert gemeinsam zu veranstalten“, begrüßte Simon Weiß, Vorstand der Stadtkapelle, die Zuhörer. Für den ersten Teil mit dem Gospelchor und anschließend der Stadtkapelle würden die Zuschauer gutes Sitzfleisch benötigen, machte er sofort klar, dass es auch humorvoll zugehen werde. Im Vorfeld habe es einiges Kopfzerbrechen gegeben, wie der Abend aussehen könnte, wandte sich Peter Litzbarski vom Chor an das Publikum. In Vertretung der ersten Vorsitzenden Isabel Civillo. Im Januar hätten sie mit den Proben begonnen und würden sich jetzt riesig freuen auf den Auftritt in Leutkirch.

Gut durchhörbare Aitracher Gospelstimmen

Diese Freude war jeden Moment spürbar, als sie Clarence Eggletons „Praise Ye the Lord“ anstimmten, das sie schon viele Jahre im Repertoire hätten. Gefolgt von Robert Rays „Holy Holy“, einem freudigen Gospelrock mit Gesangssolist Hugo Seitz, der die heilende Kraft Jesus´ beschwört. Von Anfang an bestachen die Chorstimmen in ihrer differenzierten Ausstrahlung, waren gut durchhörbar in tiefen und hohen Lagen. So auch, wenn die Tonstärke der Band mit Thomas Eisele am Piano, Martin Speckle am Schlagzeug, Gitarrist Wolfgang Heidel und Bassist Thomas Hertel mal rauer und zupackender geriet. Unter der Leitung von Birgit Werner im Wechsel mit Tanja Scheuch machte der Chor so viel gute Stimmung, dass es einigen im Saal schwer gefallen sein dürfte, sitzen zu bleiben. Gerade in Rockpop-Klassikern wie Jennifer Rushs „Power of Love“ mit der klangvollen Solostimme von Andrea Baumgärtner, die das euphorische Moment dieses Songs in Erinnerung rief. Schon hier war die Stimmung so ausgelassen, dass eine Zugabe nicht ausblieb. Zu einem „Himmlischen Vergnügen“ steigerte sich der Titelsong aus der US-amerikanischen Komödie „Sister Act“ mit Birgit Werner und Andrea Baumgärtner im powergeladenen Duett.

Bläser mit effektvollen Bravourstücken

In deutlichem Kontrast dazu stand der Auftritt der Stadtkapelle Leutkirch unter der Leitung von Wolfgang Halder. Ihr "Triumphal Prelude“ von Thomas Doss machte dem Titel alle Ehre. Ein leuchtender Fanfarensatz zum Auftakt, anschließend flüssige und sanfte Passagen zwischen Paukenschlägen und Bläsersätzen mit lichten Einschüben der Flöten. Das Spiel der Stadtkapelle zeichnete ihr warmes, harmonisch tönendes und zugleich spannungsgeladenes Klangspektrum aus. Simon Weiß kommentierte die einzelnen Werke. So Thiemo Kraas´ über fünf Minuten währendes, den Naturgewalten gewidmetes „Meteoritmo“ und „Gigantic“ von Julius Fucik. Dazwischen feierte Trompeter Franz Wandinger seinen Solopart in Hart Pease Danks tradtitionellem Marsch „Silberfäden“ seinen überaus gelungenen Auftritt. Ein sehr effektvolles Bravourstück mit Kadenz sei das und Simon Weiß sollte Recht behalten. Wandinger bewältigte die komplexen Variationen so gut, dass er gleich noch eine Zugabe spielte. Hut ab!

Den dritten Teil bestritten Stadtkapelle und Chor gemeinsam. Eng wurde es dabei auf der Bühne. Mit John Miles´ „Music“ zum Auftakt machten sie klar, wie gut sie stimmlich und instrumental harmonieren. Auch, wenn das Orchestrale zu Beginn stark dominierte und die Chorstimmen dagegen etwas seicht tönten. Mehr als wett machten das im Folgenden die Sänger Peter Barensteiner und Manuel Ulrich an der Trompete in der eindrucksvollen Coverversion des legendären „Purple Rain“. Das Sängertrio mit Harald Rölle zwischen Susanne Kaynak und Evelyn Ullrich ließen Leonard Cohens „Halleluja“ einfühlsam und stimmungsvoll wieder aufleben. Das machte Momente lang leichtes Rieseln auf der Haut spürbar. Wie in „You raise me up“, mit dem dieses Frühjahrskonzert ausklang.

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