Standplätze am Kinderfest werden teurer

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 Die Standplatzgebühren beim Kinderfest auf der Leutkircher Wilhelmshöhe sind mittlerweile seit zehn Jahren nicht verändert word
Die Standplatzgebühren beim Kinderfest auf der Leutkircher Wilhelmshöhe sind mittlerweile seit zehn Jahren nicht verändert worden. (Foto: Archiv: Sebastian Heilemann)
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Der Gemeinderat hat am Montag mehrheitlich einer Erhöhung der Standplatzgebühren für das Leutkircher Kinderfest zugestimmt. Die Kosten für beispielsweise einen Platz bis zu vier Metern betragen künftig 400 Euro (bisher 362 Euro). Wie Margot Maier vom Leutkircher Fachbereich, der für das Kinderfest zuständig ist, den Stadträten erklärte, seien die Gebühren seit zehn Jahren nicht verändert worden.

Neu bei den Kosten ist, dass auch Pauschalen für zusätzliche Kühlanhänger und Pavillons erhoben werden. Der Grund: Die Anbieter hätten in den vergangenen Jahren vermehrt mit Kühlanhängern oder Pavillons ihren Arbeitsbereich „in die Tiefe“ vergrößert. Daher sei – wie Margot Maier ausführt – nicht mehr gerechtfertigt, dass die Gebühren nur entsprechend der Länge des Standplatzes erhoben werden.

Außerdem hat sich der Gemeinderat dafür entschieden, dass bei der Standplatzvergabe künftig solche Anbieter von Speisen, die regionale, saisonale und ökologische Lebensmittel verwenden, bevorzugt behandelt werden. Der Zusatz im Formblatt entspricht den Zielen, die der Gemeinderat bereits im vergangenen Jahr im Rahmen des Ernährungsprojektes „Kernig“ festgelegt hat.

Der Zusatz ging Stadtrat Alfons Notz (Bürgerforum) allerdings nicht weit genug. Er findet, dass eine bevorzugte Standvergabe für die Beschicker zu wenig Anreiz darstelle, um regionale und ökologische Produkte zu verwenden. „Es braucht einen zusätzlichen finanziellen Anreiz“, so Notz. Seiner Einschätzung nach sollten die Standplatzgebühren entsprechend den Anteilen an regionalen und ökologischen Lebensmitteln gesenkt werden. Für den Vorschlag findet er am Montag im Gremium allerdings keine Mehrheit. 18 Stadträte stimmten bei fünf Gegenstimmen aus den Reihen des Bürgerforums für die von der Stadtverwaltung ausgearbeitete Variante.

Das Problem beim Vorschlag von Alfons Notz sieht Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle darin, dass nicht lückenlos überprüft werden könne, woher die verwendeten Lebensmittel stammen. Trotzdem soll künftig stichprobenartig geschaut werden, welche Produkte verarbeitet wurden. Der Stadtverwaltung gehe es mit der neuen Richtlinie im Formblatt vor allem darum, dass sich Anbieter von Speisen mit dem Thema auseinandersetzen. „Wir wollen ein Umdenken bei ihnen erreichen“, meinte Henle.

Stadträtin Monika Heinz (CDU) forderte indes, dass an den Kinderfest-Ständen veröffentlicht werden soll, woher die verwendeten Lebensmittel stammen. Dadurch könne bei manchen Anbietern der Ehrgeiz geweckt werden, selbst regionale oder ökologische Produkte zu kaufen.

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