Stadt Leutkirch verleiht Bürgerpreise

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 Die Preisträger mit Ehepartnern und Stadtoberhaupt: (von links) OB Henle, Gerd Heine (vorne), Gisela Heine, Rosemarie Miller-We
Die Preisträger mit Ehepartnern und Stadtoberhaupt: (von links) OB Henle, Gerd Heine (vorne), Gisela Heine, Rosemarie Miller-Weber, Hermann Weber. (Foto: Simon Nill)
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„Das ist Ihr Abend, ein Ehrenamtsabend“, hat Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle beim Neujahrsempfang der Stadt am Freitagabend in der proppenvollen Festhalle klargestellt.

Der Großteil der Besucher: ehrenamtlich Aktive, die sich in Leutkirch in etlichen unterschiedlichen Bereichen einbringen. Dazu passte auch die Verleihung der Bürgerpreise, die in diesem Jahr an Rosemarie Miller-Weber und Gerd Heine gingen.

Zum Dank an die vielen engagierten Menschen banden sich OB Henle und Bürgermeisterin Christina Schnitzler nach dem offiziellen Teil des Neujahrsempfangs höchstpersönlich Schürzen um den Bauch. Lächelnd servierten sie – und weitere Mitarbeiter der Stadtverwaltung – den Gästen diverse Häppchen. Diese wiederum nutzten die Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Zuvor blickte OB Henle in seinem Jahresrückblick auf unzählige Entwicklungen in Leutkirch zurück. „Wir haben gemeinsam vieles vorangebracht“, betonte der Rathauschef. Die größte Aufmerksamkeit dabei richtete er auf den im Oktober eröffneten Ferienpark Allgäu von Center Parcs, der einen großen Gewinn für Leutkirch darstelle. Zudem erwähnt Henle zahlreiche weitere – zumeist positive – Ereignisse. Dazu zählen zum Beispiel die Eröffnung des Dirtparks in Diepoldshofen, die Vespertafel beim Altstadt-Sommerfestival, das Kinderfest oder der Abschluss der Rathaus-Sanierung.

Teil seines Rückblicks ist auch die Einführung von einigen Tempo-30-Zonen ganztags. Kaum hatte er die Worte „Tempo 30“ ausgesprochen, ging ein leichtes Raunen durch das Publikum. Um das Thema hatte es in der Vergangenheit viele Diskussionen gegeben. Positiv erwähnte der Oberbürgermeister auch, dass die Einwohnerzahl leicht gestiegen sei und mittlerweile bei 23 308 Menschen liege. 227 Kinder seien 2018 geboren – „eine gute Zahl“. Fast 2700 Bürger aus 90 Ländern lebten mit einem ausländischen Pass in Leutkirch. „Es ist positiv, wie gut das Zusammenleben in der Stadt funktioniert“, sagte Henle.

Auch im laufenden Jahr stünden in Leutkirch zahlreiche Projekte auf der Agenda. So sollen etwa ein neuer Gemeinderat gewählt, viele Wohnbaugebiete weiterentwickelt, die Altstadt attraktiver und das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum vorangetrieben werden. Auch das Jubiläum „500 Jahre Leutekirche“ stehe vor der Tür.

In seinem allgemeinen Teil richtete das Stadtoberhaupt seinen Fokus zudem auf das weltpolitische Geschehen. Er blickte auf ein „ereignisreiches und zwiespältiges Jahr 2018“ zurück. Er sprach davon, dass „gefühlt“ die politische Unsicherheit in der Welt zugenommen habe. Erwähnt werden in diesem Zusammenhang der anstehende Brexit sowie Donald Trump, der bei Henle ein „Dauerkopfschütteln“ hervorrufe.

Auch in Deutschland sei nicht alles gut. Gefühlt ist nach Einschätzung des OBs die Bundesregierung mehr mit sich selbst beschäftigt als mit dem Regieren. Dennoch habe es auch viele positive Entwicklungen gegeben. So sorge beispielsweise eine stabile Wirtschaft für Rekordwerte in den Punkten Beschäftigung und Steuereinnahmen.

Im Allgemeinen gehe es den Menschen sehr gut, verkündete Henle. Als Belege präsentierte er unter anderem Statistiken, die davon handelten, dass die Zahl der Todesfälle nach Unfällen oder die Stickstoffoxid-Emissionen stark gesunken seien.

Rosemarie Miller-Weber

Mit dem Bürgerpreis der Stadt Leutkirch ist beim Neujahrsempfang Rosemarie Miller-Weber ausgezeichnet worden. Wie Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle bei seiner Laudatio ausführte, hat sich die Preisträgerin unter anderem lange Jahre für den Erhalt des Leutkircher Krankenhauses eingesetzt. „Das war ihr eine Herzensangelegenheit“, ist sich der OB sicher. 2010 war Miller-Weber maßgeblich an der Gründung des Fördervereins „Pro Krankenhaus Leutkirch“ beteiligt. Nach dem Beschluss des Kreistages 2012 zur Schließung der Einrichtung, hat sich die Preisträgerin „für eine gute Nachnutzung starkgemacht und den Verein schlagkräftig weitergeführt“.

Große „Energie und Tatkraft“ habe Miller-Weber auch bei der Gründung der Leutkircher Bürgerstiftung gezeigt, bei der sie als stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende fungiert. „Ohne unsere Preisträgerin würde es ziemlich sicher noch keine Bürgerstiftung geben“, meinte Henle. Ihre Kompetenz bewege viele Stifter zum Mitwirken. Miller-Weber habe die Gabe, „Entwicklungen sehr frühzeitig zu erkennen und sich für gute Projekte einzusetzen“.

Eingebracht hat sich Miller-Weber darüber hinaus zehn Jahre lang im Leutkircher Gemeinderat, beim Altstadt-Sommerfestival oder beim Bürgerbahnhof-Projekt. Auch beruflich war die Preisträgerin „sehr erfolgreich“, wie der Oberbürgermeister erklärte. Viele Jahre lang agierte sie als Vorstandsvorsitzende der Leutkircher Bank. Für ihre unternehmerische Leistung erhielt Miller-Weber 2017 die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg.

2016 gründete die Leutkircherin gemeinsam mit ihrem Ehemann eine private Familienstiftung, mit der Menschen – insbesondere aus der Region – nachhaltig unterstützt werden. Der Bürgerpreis gehe laut Henle an „eine Macherin mit Blick auf das Menschliche“.

Gerd Heine

Für sein großes, vielseitiges Engagement erhielt Gerd Heine beim Neujahrsempfang der Stadt Leutkirch den Bürgerpreis. Seine große Leidenschaft ist der Sport. Genauer gesagt, der Sport bei der TSG Leutkirch. „Seit über 40 Jahren ist der Preisträger in den verschiedensten Funktionen ehrenamtlich tätig“, beschrieb Henle. So fungierte Heine beispielsweise als Abteilungsleiter der Skiläuferzunft oder als stellvertretender Vorsitzender der TSG Leutkirch. Bis heute ist der 76-Jährige Ski-Übungsleiter im Bereich Langlauf. „Mit seinem persönlichen Engagement ist er ein Vorbild und Motivator für den gesamten Verein“, meinte Henle.

In den vergangenen Jahren hat sich der pensionierte Lehrer gemeinsam mit seiner Ehefrau stark in der Flüchtlingshilfe (Helferkreis Asyl) engagiert. Ihm war es laut Henle ein Anliegen, dass die Menschen mit Fahrrädern versorgt sind, um zum Sprachkurs, zur Schule oder zur Arbeit zu kommen. „Er entwickelte sich dabei zum Spezialist für die Aufarbeitung gebrauchter Räder.“

Zudem sei der Preisträger ein Fachmann für die Einrichtung von Wohnungen. Für etliche Flüchtlinge habe Heine zum Beispiel Möbel repariert. „Er war dabei auch persönlich immer sehr großzügig“, ergänzte Henle. Hinzu kommt, dass er Gruppen handwerklich angeleitet, betreut und motiviert habe. Lobend erwähnt der OB auch, dass Heine beim Projekt Radreiseregion Württembergisches Allgäu als Experte beim Finden von Routen mitgewirkt habe.

Zum „unglaublichen Einsatz“ des Preisträgers gehört aber auch, dass er sich jahrelang als Leutkircher Loipenbetreuer zur Verfügung gestellt hat. „Gerd Heine ist ein leuchtendes Beispiel für Engagement in unserer Stadt“, unterstrich Henle.

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