Stadt hofft auf Zuschuss für Georg-Schneider-Haus

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 Muss saniert werden: das Georg-Schneider-Haus.
Muss saniert werden: das Georg-Schneider-Haus. (Foto: Archiv: Gisela Sgier)
Redakteur Leutkirch

Im Leutkircher Georg-Schneider-Haus steht eine grundlegende Sanierung an. Bereits vor mehr als einem Jahr sind im Untergeschoss des Gebäudes Schimmelsporen nachgewiesen worden. Das Gebäude wurde bis dato von der Volkshochschule, der Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu (JMS) und der Stadtkapelle genutzt.

Der Leutkircher Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass für die Sanierung des Georg-Schneider-Hauses ein Antrag auf Projektförderung gestellt wird. Bei einem Zuschlag könnte die Stadt rund 1,3 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ erhalten.

Ob das Projekt einen Förderzuschlag erhält, entscheidet eine Jury bis zum Dezember, berichtete Martin Waizenegger, Hochbauamtsleiter der Stadt Leutkirch, den Gemeinderäten. Zunächst sieht der Zeitplan der Stadtverwaltung vor, dass für die Antragsstellung im Herbst ein Planentwurf für den Umbau sowie ein sogenanntes städtebauliches Konzept erstellt wird. Bei positivem Bescheid könnten die Arbeiten 2020 beginnen. Eine Eröffnung der neuen Räume würde dann voraussichtlich im Herbst 2021 erfolgen.

Kosten von drei Millionen Euro

Die bisher von einem Architekturbüro erstelle Planung sieht laut Verwaltung vor, dass der „historische südöstliche Bauteil“ aus den 1920er-Jahren saniert und die nordöstlichen Flachdachbauten abgerissen werden. Dafür werde es einen Neubau geben, dessen Raumprogramm optimal auf die heutige Zeit ausgelegt werden könne.

Nach einer ersten Schätzung belaufen sich die Gesamtkosten für das Projekt auf knapp drei Millionen Euro. Bei einem Zuschuss im Falle der Aufnahme in das Förderprogramm könnte die Stadt mehr als 1,3 Millionen Euro erhalten. Die Finanzierung erfolgt über die kommenden drei Haushaltsjahre.

Das Förderprogramm des Bundes zur Förderung der Sanierung kommunaler Einrichtungen war bereits 2016 aufgelegt worden. Auch damals stellte die Stadtverwaltung einen entsprechenden Antrag für das Georg-Schneider-Haus. Wegen 15-facher Überzeichnung sei dieser allerdings abgelehnt worden. „Wir hoffen, dass wir diesmal die Chance bekommen“, sagte Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle in der Gemeinderatssitzung. Lob dafür, dass erneut ein Antrag gestellt wird, gab’s derweil von Stadtrat Waldemar Westermayer (CDU).

Bereits seit vielen Monaten kann die Jugendmusikschule die Räume im Georg-Schneider-Haus nicht mehr verwenden. Ausweichquartiere sind in mehreren Gebäuden gefunden worden. Dazu zählt mittlerweile auch der Luftschutzbunker der Geschwister-Scholl-Schule. Dort gehen der Schlagzeug- sowie Teile des Klavierunterrichts über die Bühne. Selbst für die Nutzung dieses fensterlosen Raumes ist Hans Wagner, Leiter der Musikschule Württembergisches Allgäu, allerdings dankbar. Das zeige, wie weit die Ansprüche der Einrichtung nach passenden Räumen mittlerweile gesunken seien, erklärt er im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“. Die Situation ist seiner Einschätzung nach „für niemanden befriedigend“.

Stadt bietet drei Räumlichkeiten

Als Ersatz dafür, dass ein Ausweichquartier im ehemaligen Telekom-Gebäude geräumt werden musste, habe die Stadtverwaltung der Jugendmusikschule drei mögliche Ersatzstandorte präsentiert. Dazu zählte das Leprosenhaus. Dort sei es laut Hans Wagner aber zu feucht gewesen. Zudem hätte ein aufwändiger Umbau stattfinden müssen. Zweite Alternative: der Bürgersaal im Leutkircher Feuerwehrhaus. Allerdings wird dieser Raum regelmäßig von anderen Gruppen genutzt.

So fiel die Wahl schließlich auf den Luftschutzbunker der Geschwister-Scholl-Schule. „Der Raum ist immerhin groß genug und wir stören niemanden“, so der Leiter der JMS. Für die kommenden Wochen wünscht sich Wagner, dass die aktuelle Situation zumindest stabil bleibt und keines der Ausweichquartiere geräumt werden muss.

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