Störche in Leutkirch: Evangelische Kirche ist begehrter Nistplatz

Lesedauer: 5 Min
Redakteur Leutkirch

Seit rund drei Wochen wird in Leutkirch wieder geklappert: Auf dem Kamin der evangelischen Kirche sind wieder Störche zu sehen. Im vergangenen Jahr hat ein Paar hier erfolgreich gleich drei Jungstörche aufgezogen, erklärt Ute Reinhard, Storchenbeauftragte des Regierungspräsidiums Tübingen.

Vermutlich Paar aus dem letzten Jahr

Bei den Störche auf der Dreifaltigkeitskirche handelt es sich zumindest beim Männchen um das Tier, das hier schon im vergangenen Jahr zusammen mit seiner Partnerin ein Nest auf dem Kamin gebaut hat, erklärt Reinhard. Ob es auch das gleiche Weibchen ist, weiß sie noch nicht. Allerdings geht sie ziemlich sicher davon aus, immerhin hatte das Paar an diesem Ort im vergangenen Jahr zusammen drei Jungstörche erfolgreich aufgezogen, die anschließend ausgeflogen sind.

Dass der Platz auf dem Kirchendach offenbar sehr beliebt ist, davon berichtet auch Pfarrer Volker Gerlach. Die Kirche sei das erste Gebäude in Leutkirch gewesen, auf dem Störche ein Nest gebaut haben – und seither kommen immer wieder welche. Der Wasserdampf, der durch die Heizung aus dem Kamin der Kirche kommt, sei für diese übrigens nicht schädlich, erklärt Gerlach. „Sobald die Störche ein Nest bauen, hören wir auf zu heizen“, so Gerlach. Spätestens, wenn der Kamin durch das Nest zu ist, würde die Heizung eh eine Störung melden und automatisch abschalten. Da die Kirche im Winter ansonsten nicht beheizt werden könnte und eine Verlegung an einen anderen Ort auf dem Dach nicht machbar ist, gibt es eine Sondergenehmigung dafür, dass das Nest nach dem Ausflug der Störche wieder abgebaut werden darf.

2,5 Tiere pro Leutkircher Brutpaar

Da auch das Paar, das im vergangenen Jahr auf den Mobilfunkmasten gebrütet hat, erfolgreich zwei Jungvögel aufgezogen hat, liegt der Bruterfolg der Leutkircher Störche bei immerhin 2,5 Tieren pro Paar. Damit liegt die Quote deutlich über dem Landesschnitt von 1,6 Tieren pro Paar. „Das ist top“, freut sich Reinhard. Denn in der Regel liegt das Allgäu durch das kältere und nassere Wetter beim Bruterfolg hinter Regionen wie Ulm oder Sigmaringen.

Mit den Paar in Mailand und den beiden Paaren in Altmannshofen hielten sich 2019 fünf Paare in der Leutkircher Region, so Reinhard. So erfolgreich wie die beiden Paare in Leutkirch waren die anderen drei aber nicht: Lediglich beim Nest auf der Kirche in Altmannshofen sei ein Jungstörch ausgeflogen. Die vier Jungstörche in Mailand seien alle Ende Mai bei einem längeren Regen gestorben. Insgesamt sei das vergangene Jahr aus Storchensicht weder besonders schlecht, noch besonders gut gewesen, erklärt Reinhard. Dass nun bereits am 25. Februar erstmals nach dem Winter wieder Störche in Leutkirch gesehen wurden, sei von der Zeit her nicht ungewöhnlich. In anderen Orten seien die Vögel sogar noch früher zurückgekommen, im Rheintal Ende Januar. Dabei kommen junge Störche normalerweise, wenn es keine Kolonie ist, nicht mehr zum Nest der Eltern zurück.

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen