Spitze in Deutschland

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Josef Hodrus und Franziska Peter präsentieren ein Emblem, das den Sommerbonus begleiten soll.
Josef Hodrus und Franziska Peter präsentieren ein Emblem, das den Sommerbonus begleiten soll. (Foto: heb)

Das im Jahr 2016 aufgelegte Crowdfunding-Projekt der Volksbank Allgäu-Oberschwaben (VBAO), das auch von der „Schwäbischen Zeitung“ als Medienpartner mitgetragen wird, hat eine neue Hürde überwunden. 700 000 Euro, davon 250 000 Euro durch das Bankinstitut, sind mittlerweile an Spenden für 211 Projekte zusammengekommen. „Ich bin darauf sehr stolz, weil wir in Deutschland die erfolgreichste Crowdfunding-Plattform stellen“, sagt Vorstandssprecher Josef Hodrus bei der Vorstellung der Zwischenbilanz für das laufende Jahr in der Leutkircher Zentrale.

Tobias Pearman, der Geschäftsführer der „Schwäbischen Zeitung“ in Leutkirch, ist über die Entwicklung ebenfalls erfreut: „Als ,Schwäbische Zeitung’ liegt uns die Region am Herzen, und deshalb ist es uns eine Freude, mit für gute Nachrichten zu sorgen. Die Kooperation mit der VBAO ist ein Gewinn für unsere Leser und für die gesamte Region Allgäu und Oberschwaben.“

Mehr als 21 000 Einzelspenden

Hodrus führt die Entwicklung, und das im Jahr des 200. Geburtstages von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, dem Mitbegründer der Genossenschaftsbewegung, auch darauf zurück, „dass die Menschen hier zusammenstehen“. Solidarität und die Verantwortung für ehrenamtlich getragenes Engagement seien eine starke Motivation dafür, dass sich die Bank so stark einbringen wolle und auch könne. Immerhin hätten sich aus der Region bislang mehr als 21 000 Menschen mit größeren und kleineren Beträgen beteiligt.

Deshalb auch legt die VBAO für den gesamten Juli einen sogenannten Sommerbonus auf. Jedes von maximal 40 neu auf der Plattform angemeldete Projekt erhält als Startkapital einen Zuschuss in Höhe von 500 Euro.

Aktuell befinden sich 14 Projekte in der Finanzierungsphase, sieben davon haben aber ihr Finanzierungsziel schon erreicht. Dazu zählt etwa die Renovierung der Technik im Stadtkino Bad Waldsee, ähnlich organisiert wie der Leutkircher Cineclub. Fast abgeschlossen ist die angestrebte Finanzierung einer neuen Vereinsfahne des Soldaten- und Kameradschaftsvereins Urlau.

Durch ist mittlerweile ein von der Kreiswasserwacht Lindau beantragter Zuschuss für die Überholung des Rettungsbootes „Christopherus“. Noch 31 Tage läuft das Sammelprojekt des Sportvereins Arnach, der seine Erste-Hilfe-Ausstattung unter anderem durch einen Defibrillator aufbessern möchte. „Natürlich bilden Sport- und Musikvereine bei unseren Projekten einen Schwerpunkt. Doch es freut mich, dass auch soziale und gesellschaftliche Initiativen die Chance entdecken, über ein Crowdfunding-Projekt an die nötigen Mittel zu kommen“, stellt Hodrus klar.

Der anstehende Sommerbonus soll da keine Ausnahme machen. Franziska Peter, die bei der VBAO das Crowdfunding koordiniert, erläutert die wichtigsten Grundregeln. Wer einen Antrag stellt, muss zumindest im Geschäftsbereich des Instituts über ein Konto verfügen. Nicht minder wichtig: Ein Verein oder eine Institution muss als gemeinnützig anerkannt sein, damit später Spendenquittungen ausgestellt werden können. Eine weitere Vorgabe: „Wir benötigen eine genaue Projektbeschreibung und den gewünschten Starttermin, wann die Spendenaktion beginnen soll“, so Franziska Peter.

Das Grundprinzip lautet, dass die Bank auf jede Einzelspende in Höhe von wenigstens fünf Euro zehn Euro drauflegt. Bei der Sommeraktion gilt die Vorgabe, dass ein Verein oder eine Institution maximal einen Wunsch einreichen kann. Und die angestrebte Investition muss mindestens ein Volumen von 1000 Euro ausweisen.

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