So hat SZ-Weihnachtsspendenaktion 2019 bedürftigen Menschen ein besseres Leben ermöglicht

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Redaktionssekretariat

Genau 644 071 Euro haben Menschen aus dem Verbreitungsgebiet der „Schwäbischen Zeitung“ im vergangenen Jahr im Rahmen der zentralen Weihnachts-Spendenaktion „Helfen bringt Freude“ gespendet. Das Projekt, das notleidende Menschen im Nordirak unterstützt und weltweit zur Bekämpfung von Fluchtursachen beitragen will, wird auch dieses Jahr fortgesetzt.

Im Verbreitungsgebiet der Leutkircher Ausgabe konnten nach dem Spendenaufruf 2019 an mehrere Hilfsorganisationen je 3600 Euro ausbezahlt werden. Nachfolgend der Überblick, wofür der Verein Tukolere Wamu, die Bolivienhilfe, die Haiti-Hilfe, der Verein Ccara sowie der Verein „Wir helfen sehen“ das Geld verwendet haben.

Mit der Spende aus „Helfen bringt Freude“ konnte der Leutkircher Verein Tukolere Wamu von Initiatorin Gerlinde Brünz in dem Ort Assomé am Stadtrand von Lomé, der Hauptstadt Togos, eine Frauengruppe unterstützen mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Bevölkerung im Allgemeinen und insbesondere der Frauen zu verbessern.

Hierfür hat die Partnerorganisation „Chance de vivre“ ein eigenes Projekt initiiert: Die 40 Frauen der Gruppe wurden von Mitgliedern von Chance der Vivré und deren Vorsitzendem Momo Adzagba unterstützt. Das Projekt wurde in drei Phasen durchgeführt: Um wetterunabhängig arbeiten zu können, wurde zunächst eine Hütte gebaut. Im zweiten Schritt wurde eine Schulung zur Seifenproduktion und der Vermarktung organisiert. Der dritte Schritt galt der Herstellung der Seife und deren Vermarktung.

Das Haiti-Projekt vom Gebrazhofener Floribert Föhr verwendete die Gelder überwiegend für Schulgelder, da die meisten Eltern aufgrund der Corona-Krise nicht mehr in der Lage gewesen sind, dieses zu übernehmen. So hat die Organisation nicht nur für zahlreiche Kinder die gesamten Schulkosten getragen, sondern ist auch für die Gehälter der Lehrer, für den Hausmeister sowie die Erzieherinnen aufgekommen. Zusätzlich wurden fünf neue Computer angeschafft.

Die Bolivienhilfe von Josef Rauch in Leutkirch hat sich dafür eingesetzt, Familien zu helfen, die ums pure Überleben kämpfen müssen. Durch die verhängten, restriktiven Ausgangssperren war der Gang zur Arbeit für zahlreiche, ungelernte Männer, die sich als Hilfskräfte auf dem Bau oder als Schuhputzer verdingen, nicht mehr möglich. Auch für deren Frauen, die sich als Wäscherinnen oder Verkäuferinnen etwas dazuverdient haben, fiel das Einkommen plötzlich weg. Mit dem Spendengeld von „Helfen bringt Freude“ wurden dringend benötigte Medikamente und frische Lebensmittel eingekauft. Zusätzlich musste die Hausaufgabenbetreuung wegen Corona neu organisiert werden. Erzieherinnen machten Hausbesuche und organisierten trotz der Pandemie in Kleingruppen einen außerschulischen Unterricht.

Auch der Verein Ccara, hinter dem das Ehepaar Maurus aus Neutrauchburg steht und der unter anderem Slum-Kinder in der 20-Millionen-Metropole Mumbai in Indien betreut, freute sich über die Unterstützung. Die von den SZ-Lesern gesprendete Summe hat dazu beigetragen, eine sechste Ccara-Slumschule für Kinder armer Tagelöhner zu gründen. Somit können weitere 40 Kinder, deren Eltern Analphabeten sind, lesen, schreiben und rechnen lernen. Zusätzlich erhalten diese täglich eine warme Mahlzeit und den Zugang zu einer ordentlichen Toilette.

Seit dem Corona-Lockdown im März ist es der Organisation möglich gewesen, alle 300 Ccara-Kinder in den Slums von Mumbai, Jaipur und Kalkutta regelmäßig mit Lebensmittelpaketen zu versorgen und den Schul-Lernstoff in die Slum-Hütten zu bringen, denn die Slum-Familien hatten monatelang kein Einkommen und Schulen mussten geschlossen bleiben. Einige Familien erhielten zudem dauerhaft zusätzliche Unterstützung zum Lebensunterhalt, besonders alleinerziehende Mütter im Rahmen der Ccara-Familienhilfe.

Gefreut über die Spende hat sich auch der Isnyer Verein „Wir helfen sehen“. Dieser verwendete die Zuwendung für drei unterschiedliche Projekte: So wurden zum einen in ugandischen Schulen durch Projektmanager der Organisation vor Ort Sehtest durchgeführt. Anschließend wurden Kinder mit einer Sehschwäche mit Brillen versorgt, und bei zwei Kindern wurden sogar Operationen an den Augen finanziert. Zusätzlich konnte einem Kind mit dem Spendengeld eine lebensrettende Operation ermöglicht werden.

Zum anderen verhalf der von Optikermeister Rüdiger Walzer und seiner Familie initiierte Verein zwei jungen Menschen zu einem Stipendium für eine Ausbildung zum Augenoptiker. Im Rahmen des dritten Projekts finanzierte die Organisation in Bolivien eine Ausbildung von sechs Optik-Assistenten und zwei Optometristen.

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