„Schwarze Adler“ im Leutkircher Kino

 Das Leutkircher Kino mit Organisator Rainer Müller (links).
Das Leutkircher Kino mit Organisator Rainer Müller (links). (Foto: St. Anna Stiftung)
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Es gibt auch was zu lachen an diesem Kinoabend. Etwa, wenn Jimmy Hartwig wieder einen seiner Witzchen reißt. Die Grundstimmung jedoch war nachdenklich angesichts der Erlebnisse, die schwarze Fußballerinnen und Fußballer in der deutschen Nationalmannschaft – und auf dem Weg dorthin – machten. Man ist fassungslos, als ein Fernsehbeitrag aus den 50er Jahren eingespielt wird und der Moderator die weiße Frau mit ihrem schwarzen Kleinkind auf dem Schoß fragt: „Ja aber wie stellen Sie sich das denn vor, was soll denn aus dem Kind mit der Hautfarbe mal werden?“ Traurig, als klar wird, dass Affengeräusche und Bananenwerfen immer noch nicht der Vergangenheit angehören. Und doch ein bisschen optimistisch angesichts der Fortschritte, die es über die Jahrzehnte gab. Immerhin geht heute niemand mehr ins Fußballstadion, nur weil er noch nie einen schwarzen Menschen gesehen hat – so geschehen bei Guy Acolatse, der deswegen von seinem Klubpräsidenten 100 Mark extra bekam. Immerhin locke er mehr Zuschauer an. Gleichzeitig wird damit deutlich, welch langer Weg immer noch vor uns liegt.

Rainer Müller von Migrationsberatung der Caritas-Bodensee-Oberschwaben Allgäu hatte die Vorführung des Films „Schwarze Adler“ organisiert und dafür Fördermittel bei „Demokratie leben!“ und der Bürgerstiftung Kreis Ravensburg eingeworben. Für Müller, der als stolzer Fußballfan an diesem Abend selbst ein Trikot mit schwarzem Adler auf der Brust trug, war die Veranstaltung eine Herzensangelegenheit. „Ich habe den Film gesehen und wusste, den müssen noch mehr Leute gucken!“ Wer ihn verpasst hat, hat noch den ganzen Winter über die Gelegenheit, ihn in der ZDF Mediathek anzuschauen.

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