Schultheater präsentiert „Momo“ im vollbesetzten Bocksaal

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Meister Hora (re.) empfängt Momo und Kassiopeia.
Meister Hora (re.) empfängt Momo und Kassiopeia. (Foto: King)
Christine King

Der Schulleiter der Gemeinschaftsschule Leutkirch, Jan Gesierich-Kowalski, ist nach dem langen Applaus begeistert und bringt es am Ende auf den Punkt: „Förderung ist wichtiger als alles andere, und Verschiedenheit bedeutet Vielfalt, deshalb werden wir weiter Talente fördern und weiterbilden.“

Dass dies am Freitag und Samstag auf eindrucksvolle Weise gelungen ist, zeigen nach den beiden „Momo“-Aufführungen im Bocksaal nicht nur die strahlenden Kindergesichter der 23 Schauspieler aus allen Klassen der Gesamtschule. „Gemeinsam etwas stemmen, das macht stark“, ist sich Theaterleiterin und pädagogische Assistentin Steffi Wimmer sicher. Zwei Stunden in der Woche sind für das Theaterprojekt beziehungsweise das Neigungsfach „Theater“ reserviert, eine ganze Woche probte man vor den beiden Aufführungen.

Profi gibt Tipps

Dazu holte Steffi Wimmer noch Colin Hausberg dazu, einen praktizierenden und gelernten Schauspieler aus Heidelberg. Der Profi gab den Kindern Tipps und war erstaunt, „wie viele Tricks aus meiner eigenen Ausbildung auch bei den Kindern funktionierten“. Er war voll des Lobes für die Schüler, „die sich in der Woche riesig entwickelt haben.“ Das Ergebnis konnten die etwa 200 Besucher, die den Weg trotz des schönen Frühlingswetters in den Bocksaal gefunden haben, dann bewundern.

Die Geschichte von Momo, dem etwas anderen Mädchen, das sich mit den Außenseitern der Gesellschaft so gut versteht und den Zeitdieben ins Handwerk pfuscht, war gut ausgewählt. Die sublime Gesellschaftskritik nach dem Roman von Michael Ende wurde als offenes Konzept inszeniert, das laut Wimmer, „den Jugendlichen kreativen Freiraum lässt und sie für den künstlerischen Prozess sensibilisiert.“ Die an die Wand geworfenen Illustrationen und Bilder von Kindern der Kunstschule Sauterleute sorgten zusammen mit Musik, Kostümen und den spärlichen Kulissen für einen abstrakten Bühnenraum, der viel Raum für Fantasie und das ständige Wechselspiel zwischen Traum und Wirklichkeit ließ.

Die zehnjährige Michaela Saum begeisterte als lebenskluge Momo. Aber auch alle anderen bekamen viel Applaus, alle ihre Freunde wie Gigi, der Geschichtenerzähler, oder Beppo, der Straßenkehrer, natürlich auch die Zeitdiebe mit ihren Lollis und ihren synchronen Laufmustern und Kassiopeia, die Schildkröte, die Momo am Ende den Weg zu Meister Hora weist. Konzentrierte Schüler, fantasievolle Kostüme, mit Begeisterung vorgetragene Schauspielkunst: Das Projekt „Momo“ war ein Erfolg.

Am Freitag, 17. März, ab 14.30 Uhr spielt die Theatergruppe beim Tag der offenen Tür in der Gemeinschaftsschule nochmals Szenen aus „Momo“. Die Kinder haben außerdem einen der Plätze bei den landesweiten Schultheatertagen erhalten. Sie dürfen am 5. Juli um 17 Uhr mit „Momo“ nochmals in der Bodenseeschule in Friedrichshafen auftreten.

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