Schüler empfangen Friedensläufer mit Jubelrufen

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Zwischenstopp an der Grundschule Friesenhofen: Schüler empfangen die zwölf ehrenamtlichen Läufer des Peace-Runs.
Zwischenstopp an der Grundschule Friesenhofen: Schüler empfangen die zwölf ehrenamtlichen Läufer des Peace-Runs. (Foto: Marvin Weber)
Schwäbische Zeitung

Die Schüler der Grundschule Friesenhofen springen und rennen aufgeregt über den Schulhof. Trotz des Regenwetters ließen sie sich ihre gute Laune nicht verderben. „Jetzt kommen sie“, rief Schulleiterin Ina Koschig-Hehn ihren Sprösslingen zu und die aufgekratzten Schüler wurden noch etwas unruhiger. Grund für die große Aufregung am Mittwochvormittag: Kurz nach der großen Pause machte das Peace-Run-Team einen Zwischenstopp in Friesenhofen.

Das zwölfköpfige internationale Läuferteam kam mit der Unterstützung von drei Grundschülern um die Ecke. Die Schüler Laurin, Silas und Timo hatten die große Ehre die Fackel des Peace-Runs die letzten Meter vorbei an ihren jubelnden Mitschülern in die Grundschule zu tragen. Nachdem sich Schüler, Lehrer und das Läuferteam in der Turnhalle der Grundschule versammelt hatten und etwas Ruhe eingetroffen war, stellten sich die ehrenamtlichen Läufer vor. Mit einem kleinen Spiel stellten die pfiffigen Grundschüler ihr bereits erlerntes Erdkundewissen unter Beweis und erkannten die vielen unterschiedlichen Sprachen der Friedensläufer. Zur Belohnung durfte jeder Grundschüler einmal die Friedensfackel für kurze Zeit in der Hand halten.

Gedichte und Gedanken zu Krieg und Frieden

Auch die Schüler hatten etwas vorbereitet. Neben einigen Gedichten zum Thema Krieg und Frieden und einem eingeübten Lied stellten sie ihre eigens zusammengetragenen Gedanken zum Thema Frieden vor. „Für mich ist es wichtig, dass ich mich nach dem Streit wieder mit meinen Eltern versöhne“, sagte einer der Grundschüler. „Krieg ist etwas in der Zeitung, man kann Salat drin einwickeln“, zitierte sein Mitschüler Ingeborg Görler. Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle zeigte sich ebenfalls sehr begeistert von dem weltweit größten Fackellauf für Frieden und dem harmonischen Zusammenleben. „In Zeiten, in denen man jeden Tag von der kritischen Lage in der Ukraine hören muss, ist es umso wichtiger auch Zeichen des Friedens zu setzen“, sagte er.

Dass die Läufer aus Guatemala, Deutschland, Kroatien, Österreich, Serbien, Slowenien, Russland, Tschechien und der Slowakei in Friesenhofen Station machten, war eine eher ziemlich spontane Aktion, wie Schulleiterin Ina Koschig-Hehn erzählte. Eine gute Woche vorher hatte sie den Anruf eines Streckenkoordinators aus München erhalten, der sie dafür begeistern konnte, die Läufer in ihre Grundschule in Friesenhofen einzuladen. Nachdem die Läufer samt Fackel weiter in Richtung Ravensburg gezogen waren, zeigte sich Koschig-Hehn durchgehend zufrieden mit der Aktion. „Friede, Zusammenhalt und aufeinander zugehen sind soziale Lernziele in der Grundschule, die man mit so einem Termin natürlich viel besser verdeutlichen kann als mit theoretischem Unterricht“, sagte sie.

Bereits seit Februar tragen die zwölf Läufer die Fackel durch Europa, wie der Österreicher Dipavajan Renner erzählte. Seit 1991 ist er schon dabei und war insgesamt bereits in 75Ländern, um die friedliche Botschaft zu übermitteln und das Zusammenleben zwischen Menschen aller Kulturen, Länder und Glaubensrichtungen zu fördern.

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