Rotarier spenden Bank für Familien von Sternenkindern

Nach einem gemeinsamen Spaziergang weihten die Spender Katharina Beyersdorff, Heinz und Karin Bucher vom Rotaryclub Wangen-Isny-
Nach einem gemeinsamen Spaziergang weihten die Spender Katharina Beyersdorff, Heinz und Karin Bucher vom Rotaryclub Wangen-Isny-Leutkirch (hinten von links) die Sternenkinder-Bank zusammen mit den beiden Vorständen Annette und Thomas Steybe (vorne von links) und weiteren Unterstützern vom Sternenkinderverein „Salomons Weg“ ein. (Foto: Viola Krauss)
Viola Krauss

Es ist eine ganz besondere Bank, diese himmelwärts geneigte Sitzgelegenheit, die seit Kurzem im Naturschutzgebiet Rotmoos am Waldrand beim Steg zum Wurzelweg Riedmüllermoos steht. Von dort kann der Blick in die Weite schweifen: nach oben in den Himmel, aber auch über sanft im Wind wiegende Gräser ringsum. Isnys Zwiebeltürme, rund 25 Gehminuten entfernt, grüßen freundlich von links herüber. Dieser Ort kann Ruhe geben und Kraft. Und genau deshalb steht diese neue Bank auch an dieser Stelle, als Bank für Sternenkinder beziehungsweise deren Familien.

Katharina Beyersdorff und das Ehepaar Karin und Heinz Bucher vom Rotaryclub Wangen-Isny-Leutkirch haben die neue Sitz- und Ruhegelegenheit an den Verein „Salomons Weg e.V.“ gespendet. Der Verein unterstützt trauernde Familien, die ihr Kind während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verloren haben. „Der Tod eines Kindes kann Eltern in eine tiefe, scheinbar unüberwindbare Trauer stürzen“, sagt Initiatorin und Vereinsvorsitzende Annette Steybe. Als Mutter dreier Sternenkinder und eines mittlerweile 12-jährigen Sohnes weiß sie nur zu genau, wovon sie spricht. Sie selbst, die Vereinsmitglieder und ein Netzwerk haben es sich unter dem Dach des Vereins „Salomons Weg e.V. “ zur Aufgabe gemacht, verwaisten Eltern und derer Angehörigen Beistand in unterschiedlichster Form zu leisten. Dazu gehören unter anderem: regelmäßige Treffen von Betroffenen zum Austausch, Bereitstellung von Infomaterial verschiedener Anlaufstellen wie psychologische Beratungsstellen, aber auch Vernetzungsarbeit mit Frauenärzten, Kliniken, Hebammen, Seelsorgeeinheiten und Trauerbegleitern.

Sternenkinder sind gegangen, noch bevor sie diese Welt mit eigenen Füßen betreten haben. Und doch hinterlassen sie bei ihren Eltern und Familien Spuren. Nach einer Beerdigung in Osnabrück hat Heinz Bucher auf dem dortigen Friedhof einen liebevoll gestalteten Bereich für Sternenkinder entdeckt und war davon tief berührt. Zurück in Isny las er in der „Schwäbischen Zeitung“ vom Verein „Salomons Weg e.V.“ und dem Wunsch der Vereinsmitglieder nach einem ruhigen Kraftort mit einer Bank, auf die sich verwaiste Eltern hinsetzen und zur Ruhe kommen können. „Für mich war schnell klar, dass dieser Platz hier genau der richtige ist“, erklärte der Rotarier jetzt bei der feierlichen Einweihung. Auch Katharina Beyersdorff war angetan von dem Ort, der auch mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen erreichbar ist.

„Fern bei den Sternen und doch so nah“ steht auf einer Metallplakette an der Rückenlehne der Sternenkinder-Bank. Freilich ist die neue Sitzgelegenheit nicht nur für trauernde Eltern gedacht. Jeder darf sich dort setzen, die Stille genießen und Kraft tanken. Und wer mehr über Sternenkinder und den Verein „Salomons Weg e.V.“ erfahren will, kann mit seinem Smartphone die QR Codes auf den zwei Plaketten scannen und wird damit zu entsprechenden Informationen im Internet geleitet.

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