Reizvoller Bogen vom Barock zur zeitgenössischen Musik in St. Martin

Lesedauer: 3 Min
Franz Hauk (Orgel) und Theona Gubba-Chkheidze (Violine) bei der Orgelmatinee
Franz Hauk (Orgel) und Theona Gubba-Chkheidze (Violine) bei der Orgelmatinee (Foto: Otto Schöllhorn)
Otto Schöllhorn

Für Leutkircher Freunde der klassischen Musik waren die beiden Interpreten der Orgelmatinee zur Marktzeit am vergangenen Samstag keine Unbekannten. Schon vor drei Jahren haben die renommierten Musiker Franz Hauk an der Orgel und die, aus Georgien stammende, Violinistin Theona Gubba-Chkheidze in St. Martin ein Konzert geboten.

Im Jahr 2014 haben die beiden das Ensemble „Concerto de Bassus“ gegründet, mit dem sie in ganz Europa unterwegs sind. In Leutkirch spielten sie nun, vom Förderkreis Kirchenmusik organisiert, ein Programm unter dem Motto „Rhapsodie danoise“.

Das Konzert, das die Zuhörerschaft an der Projektionswand mitverfolgen konnte, begann mit barocker Orgelmusik, mit Johann Sebastian Bachs Fantasia für Orgel über „Komm, Heiliger Geist“, einem Stück aus den 18 Leipziger Chorälen. Ein melodiöses Largo mit gluckernder Orgelbegleitung leitete die Sonata c-Moll für Violine und Orgel ein, gefolgt von einem Allegro, das das Zusammenspiel von Orgel und Violine spürbar werden ließ. Mit zwei Werken von Théodore Dubois (1837-1924) knüpfte der Organist an die französische Orgelromantik an. Sein bezauberndesIn paradisum”, bei dem sich zwei Melodien begegnen und begleiten. In „fiat lux“ ließ der Organist, wie der Titel verheißt, aus einer ruhigen Klangstruktur zunehmend brausende und majestätisch Töne hervorquellen. Für Orgel und Violine bearbeitet, folgte nun Jules Massenets (1842-1912) „Meditation“, ein Intermezzo aus der Oper Thaïs. Eine zart romantische Melodie der Violine legte sich über die Orgelbegleitung. Das meisterhafte Zusammenwirken von Orgelton und Streicherklang bewirkte eine Klangwelt von besonderem Reiz.

Nach einer Verschnaufpause, in der das 12-Uhr-Läuten abgewartet wurde, ging es mit der Rhapsodie Danoise für Violine und Orgel des libanesischen Komponisten Naji Hakim (*1955) aus dem Jahr 2019 in die zeitgenössische Musik über. Seine Musik ist von vielen verschiedenen kulturellen Quellen geprägt, darunter dem gregorianischen und lutherischen Choral, dem maronitischen Gesang und Volksliedern. Ungewöhnliche Töne schwirrten durch den Kirchenraum, reibend und kratzend von der Orgel, darüber ein eher melodiöser romantischer Streicherklang.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen