Räumdienst unzufrieden mit Straßenverhältnissen

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Redakteur Leutkirch

„Es ist deutlich schlechter gelaufen als vor zwei Tagen“, erklärte Leutkirchs Bauhofleiter Peter Feuerstein am Donnerstagabend zum Einsatz des Räumdienstes. Teilweise seien die Straßen in einem „unbefriedigenden“ Zustand gewesen. Die Schneelast auf den Hallendächern ist laut Stadtverwaltung derzeit aber noch nicht problematisch.

„Inzwischen sind wir am Ende“, sagte Feuerstein am Donnerstagmittag. Der Schwerpunkt der Räumarbeiten am Donnerstagmorgen lag laut Feuerstein darauf, die Busstrecken frei zu halten. „Mit unserem Fräsfahrzeug und einem dahinter fahrenden Unimog waren damit ständig zwei Fahrzeuge gebunden.“ Deswegen konnten in einigen Siedlungen die Straßen erst später geräumt werden.

Auch später am Abend war er mit dem Tag nicht zufrieden: „Wir waren am Kämpfen.“ Angesichts des andauernden Schneefalls kam man mit dem Räumen oft nicht hinterher. Obwohl alle Räumfahrzeuge im Einsatz waren, seien die Bedingungen auf den Straßen deswegen trotzdem schlecht gewesen. Man habe zwar nach den letzten starken Schneefällen an den Vortagen viele Schneehäufen abtransportiert, die Schneemassen an den Straßenrändern wuchsen dennoch problematisch an.

Die Räumdienste waren auch am Abend noch mit allen Fahrzeugen unterwegs. „Wir hoffen, dass die Straßenverhältnisse morgen zum Arbeitsverkehr dann wieder besser sind“, so Feuerstein am Donnerstagabend. Angesichts der kalten Nacht auf Freitag, lag dabei der Fokus darauf, den restlichen Schneematsch von den Straßen zu beseitigen. Feuerstein betonte, dass es prinzipiell bei der Räumung keinen Unterschied zwischen den Ortschaften und dem Stadtgebiet gebe. Dort seien allerdings die Wege zur nächsten größeren Straße kürzer.

Im Gegensatz zu den Räumdiensten blieb der Donnerstag für die Leutkircher Feuerwehr bis zum Abend laut Kommandant Michael Klotz ruhig.

Stadtverwaltung: Hallendächer noch nicht gefährdet

Laut Stadtverwaltung besteht derzeit in Leutkirch noch keine Notwendigkeit, Hallen zu schließen: „Die Schneelast wird bisher nicht kritisch gesehen. Die Menge des Schnees lässt sich nicht nennen, es kommt sehr auf die Beschaffenheit des Schnees an, welcher in nächster Zeit noch fällt. Wir werden die Situation weiterhin kritisch beobachten“, so Thomas Stupka von der Stadtverwaltung.

Schulen: Schnee zählt als Entschuldigungsgrund

Wie am Donnerstag endet der Unterricht auch am Freitag an allen Schulen in Leutkirch, Aichstetten und Aitrach jeweils nach der sechsten Stunde. Das teilte Bernd Schosser als geschäftsführender Schulleiter mit. Jeder Schüler, der witterungsbedingt nicht kommen kann, darf am Freitag zu Hause bleiben, er muss sich aber an der Schule entschuldigen. Schosser betonte außerdem: „Die Schulen sind geöffnet, so dass alle Kinder, die kommen, unterrichtet beziehungsweise betreut werden können.“ Da laut dem Schulleiter für kommenden Montag nochmals 45 Zentimeter Neuschnee vorhergesagt seien, werde am Freitag eine Regelung für den 14. Januar bekannt gegeben.

Mit Blick auf die Otl-Aicher-Realschule erklärte deren Rektor Manfred Trieloff, dass am Donnerstag die Klassen trotz des Schneefalls „im Großen und Ganzen komplett bis gut gefüllt waren.“ Vor allem Schüler aus dem Gebiet Aitrach und Aichstetten seien aber teilweise verspätet angekommen. Nur in Ausnahmefällen haben einzelne Eltern angerufen, dass die Anfahrt zur Schule für sie nicht möglich sei.

Stadtbus erreichte einzelne Haltestellen nicht

Am Donnerstag kam es durch den andauernden Schneefall außerdem zu Beeinträchtigungen im Busverkehr. Die Pfingstweide, die Haltestelle am Krankenhaus, der Waldfriedhof, die Haltestelle "Stadtweiher Kneippbad" und alle vier Haltestellen der Repsweihersiedlung (Linie 133: Weiherweg, Am Repsweiher, Nachtigallenweg, Spechtschmiede) wurden zeitweise vom Stadtbus nicht mehr angefahren. Laut Stupka hatten die Busse Probleme mit den dortigen Steigungen. Über die voraussichtliche Erreichbarkeit am Freitagmorgen konnte er keine Auskunft geben, da sich die Situation schnell ändern könne. Auch der Center Parcs Ferienpark Allgäu (Linie 7551) konnte wegen der Steigung der Auffahrt nicht mehr direkt angefahren werden.

Beeinträchtigungen bei Müllabholung

Aufgrund der derzeitigen extremen Schneelage ist es für die Müllfahrzeuge laut Landratsamt teilweise nicht möglich, die Wohnstraßen zu befahren und die Abfallbehälter zu leeren. In diesen Fällen haben die betroffenen Haushalte die Möglichkeit, bei der nächsten Leerung die doppelte Menge an Abfall zur Abholung bereitzustellen. Um den zusätzlichen Aufwand für die Bürger möglichst gering zu halten, hat das Abfallwirtschaftsamt des Landratsamtes kurzfristig folgende Regelung beschlossen: Der zusätzliche Hausmüll kann bei der nächsten Leerung in einem üblichen Plastiksack neben die Restmülltonne gestellt werden. Der Biomüll sollte bei der nächsten Abholung in einem Karton oder in einer reißfesten Papiertüte und das Altpapier ebenfalls in einem Karton bereitgestellt werden.

Der Hexenruf der Narrenzunft Niebelgau Leutkirch findet laut Zunftsprecher Alexander Nink übrigens trotz Schnee wie geplant am Freitagabend statt (siehe nebenstehende Meldung).

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